Ein ukrainischer Angriff auf die russische Pumpstation Unetscha unterbricht vor einer Woche die Öl-Lieferungen nach Ungarn und in die Slowakei. Auch das Öl-Exportterminal Ust-Luga ist davon betroffen. Es soll laut Insidern im September nur noch mit halber Kapazität arbeiten.
Das russische Öl-Exportterminal Ust-Luga an der Ostsee wird Insidern zufolge im September nach ukrainischen Drohnenangriffen nur mit halber Kapazität arbeiten. Grund seien Schäden an der Pipeline-Infrastruktur nach Angriffen auf die Pumpstation Unetscha in der russischen Region Brjansk, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von zwei Industrievertretern.
Die ausfallenden Ölmengen sollen zu den Häfen Primorsk und Noworossijsk umgeleitet werden. Die Reparatur sei in Arbeit, ein Zeitrahmen dafür wurde jedoch nicht genannt. Eine Stellungnahme der russischen Behörden oder des Pipeline-Betreibers Transneft liegt nicht vor.
Die Energieanlage in der Stadt Unetscha hatte vor einer Woche nach einem ukrainischen Angriff Feuer gefangen. Die Ukraine habe mit Raketen und Drohnen angegriffen, der Brand sei inzwischen aber gelöscht, teilte der Gouverneur der Region, Alexander Bogomaz, am vergangenen Freitag mit. Zuvor hatte der ukrainische Kommandeur der unbemannten Systeme, Robert Browdi, erklärt, bei einem Angriff die Ölpumpstation in Unetscha getroffen zu haben. Er teilte ein Video auf der Plattform Telegram, in dem eine Anlage mit mehreren Öltanks brannte.
Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto erklärte auf Facebook, nach einem Angriff sei die Öllieferung aus Russland nach Ungarn über die Druschba-Pipeline gestoppt worden. "Dies ist ein weiterer Angriff auf unsere Energiesicherheit", schrieb er. Inzwischen werden Ungarn und die Slowakei über die Druschba-Pipeline wieder mit russischem Rohöl versorgt. Das teilten der ungarische Ölkonzern MOL und die slowakische Regierung mit.
Ungarn stark abhängig von russischem Öl
Im Gegensatz zu den meisten anderen EU-Ländern sind die Slowakei und Ungarn weiter stark von russischem Öl abhängig, das sie über die Pipeline aus der Sowjetzeit beziehen. "Ich hoffe, dass der Betrieb stabil bleibt und es keine weiteren Angriffe auf die Energieinfrastruktur geben wird", teilt die slowakische Wirtschaftsministerin Denisa Sakova auf Facebook mit.
Die Pipeline Druschba ist ein verzweigtes System kilometerlanger Leitungen. Diese führen durch die frühere Sowjetunion. Wegen des russischen Krieges gegen die Ukraine beziehen Deutschland, Polen und Tschechien kein russisches Öl mehr. Die Ukraine blockierte 2024 ihren Teil der Pipeline für Lieferungen Richtung Slowakei und Ungarn. Die beiden Länder beziehen über andere Teile der Pipeline weiter russisches Öl. Aus Sicht der Ukraine hält Orban zu engen Kontakt nach Moskau und blockiert den Aufnahmeprozess der Ukraine in die EU.
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