• Die Situation im Nahost-Konflikt hat sich etwas beruhigt. An den Zapfsäulen macht sich das jedoch nicht bemerkbar: die Preise steigen weiter an.
  • Ein Steuerrabatt auf Sprit soll entlasten. Doch ob die Mineralölkonzerne daraus Profit schlagen, lässt sich schwer kontrollieren.
  • Der ADAC befürchtet, dass die Mineralölkonzerne auch die Steuersenkung für sich nutzen werden.

12 Uhr mittags – für viele Autofahrer ist das inzwischen wie eine neue Zeitrechnung. Nur noch mittags dürfen die Mineralölkonzerne die Preise an den Zapfsäulen anheben. Am Donnerstagmittag gibt es einen Preissprung zwischen zehn und 15 Cent nach oben.

Der Frust bei Autofahrern in Chemnitz ist groß. Einige kommen aus dem Erzgebirge und tanken lieber drüben in Tschechien, wo der Sprit etwa 40 Cent günstiger ist. Der Tenor: Hilft nichts, zur Arbeit muss man trotzdem – auch wenn sich der ein oder andere einschränken will. Wieder andere haben bei den hohen Spritpreisen mit echten Existenzsorgen zu kämpfen.

Tankstellenbetreiber bedauern Preisanstieg

Diesen Frust bekämen jeden Tag die Betreiber und Mitarbeiter an den Tankstellen zu spüren, erzählt Herbert Rabl vom Tankstellenverband. Die Preise würden aber die Konzerne festlegen, so Rabl. Das werde momentan von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst, auch noch sehr stark vom Iran-Krieg: "Wir haben objektiv betrachtet ja eigentlich momentan eine ruhigere Situation (...). Das heißt, eigentlich müssten die Preise stabil bleiben oder eher tendenziell fallen."

Weitergabe des Tankrabatts durch Mineralölkonzerne nicht gesichert

Das tun sie aber nicht – und ob die anstehende Steuersenkung wirklich niedrigere Preise bringt, können selbst Experten wie Rabl bisher schwer abschätzen: "Wir wissen nicht, wie viel die Mineralölkonzerne am 1. Mai von diesen 17 Cent weitergeben werden und wie viel sie wegschlucken. Es ist wahnsinnig schwer für den Verbraucher zu erkennen, ob die Mineralölkonzerne sich von dieser Steuererleichterung etwas in die eigene Tasche schieben oder ob sie alles in vollem Umfang weitergeben. Das Kartellamt hat sich bisher noch nicht geäußert, wie es das kontrollieren will."

ADAC: Mineralölkonzerne könnten Steuersenkung strategisch für sich nutzen

Der Automobilclub ADAC registriert, dass durch die 12-Uhr-Mittags-Regel die Preise erheblich angestiegen sind. Die Mineralölkonzerne setzten die Preise mittags radikal nach oben, weil sie danach keine Möglichkeit mehr hätten, sagt ADAC-Sprecher Andreas Hölzel.

Außerdem sieht Hölzel noch eine weitere Strategie: "Denkbar ist, dass Mineralölkonzerne sich vor der Steuersenkung zum 1. Mai einen etwas größeren Puffer verschaffen, von dem sie dann den Steuerrückgang oder die Steuererleichterung auch leichter weitergeben können. Das ist nicht auszuschließen."

Wenn es am 1. Mai die Steuersenkung gebe, dann müsse man außerdem bedenken, dass viele Tankstellen am 1. Mai noch Sprit in ihren Tanks gelagert hätten, der noch unter den bisherigen Steuerbedingungen eingekauft wurde, warnt der ADAC-Sprecher. Der ADAC geht davon aus, dass die Preissenkung durch die Steuererleichterung erst sukzessive bei den Autofahrern ankommen wird.

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