Führungskräfte von Volkswagens interner Leiharbeitsfirma Volkswagen Group Services (VWGS) sollen laut einer Recherche des „Spiegel“ in großen Konferenzen Fehlzeiten und Krankengeschichten von 600 Mitarbeitern diskutiert haben.
Die Konferenzen sollen seit Juni 2025 alle zwei Wochen stattgefunden haben. Mitarbeiter seien darin namentlich in Powerpoint-Präsentationen genannt worden. Auch Details zu Krankheiten und individuelle Fehlzeiten habe man besprochen.
Das Vorgehen, das wohl im Zuge der „Initiative Fehlzeitenquote“ stattfand, stellt einen Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung dar. Laut „Spiegel“ versucht Volkswagens Konzernrevision gerade die Verantwortlichen hinter den Vorgängen zu ermitteln. Die Konzernführung habe laut eigener Angabe nichts gewusst.
Volkswagen informierte Mitarbeiter selbst über Vorgänge
Auf Anfrage des Spiegel habe VW Group Services den Vorfall bestätigt. „Datenschutz hat für die Volkswagen Group Services einen hohen Stellenwert“, teilte das Unternehmen mit. Man nehme die Vorfälle deshalb sehr ernst und arbeite sie derzeit auf. Man lege Wert darauf, dass man „den vorliegenden Datenschutzverstoß selbst festgestellt und daraufhin unverzüglich reagiert“ habe.
Volkswagen habe an die 600 betroffenen Mitarbeiter einen Brief verschickt. In dem Schreiben heißt es, dass „besonders sensible Informationen zu Ihrer Gesundheit“ und Maßnahmen wie „geführte Fürsorgegespräche“ besprochen worden seien.
Hintergrund der Konferenzen im Rahmen der „Initiative Fehlzeitenquote“ könnte das große Sparprogramm beim Autobauer sein. Volkswagen will mittelfristig 35.000 Stellen in Deutschland abbauen.
Verkaufszahlen rückläufig
Der Druck auf die VW-Belegschaft liegt auch am schwierigen globalen Markt. Die Verkaufszahlen bei VW waren im ersten Quartal dieses Jahr deutlich rückläufig. Konzernweit wurde ein Minus von 4 Prozent auf noch 2,05 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken verzeichnet.
Trotz deutlicher Verkaufsrückgänge konnte der VW-Konzern seinen globalen Marktanteil jedoch weitgehend stabil halten, hieß es in Wolfsburg. „Der weltweite Automobilmarkt ging bis Ende März insgesamt zurück“, sagte Audi-Vertriebsvorstand Marco Schubert, der das Ressort auch im Gesamtkonzern betreut. „Die Volkswagen Group hat ihren globalen Marktanteil dennoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weitgehend stabil gehalten.“
Quellen: Spiegel
lpb / mit Material der Nachrichtenagentur dpa- Volkswagen
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