- Der Großteil der Befragten spricht sich für staatliche Maßnahmen zur Begrenzung der Mietpreise aus.
- Viele finden es positiv, wenn Städte und Kommunen selbst Eigentümer und Vermieter sind.
- Zur niedrigen Eigentumsquote in Deutschland gehen die Meinungen der Befragten auseinander.
In Leipzig und Berlin sind die Mietpreise in den vergangenen zehn Jahren am stärksten angestiegen. Das spiegelt eine bundesweite Entwicklung wider, die auch in anderen mitteldeutschen Städten oftmals auf Unverständnis stößt.
Lutz (60) aus Weimar ist beispielsweise gerade selbst auf Wohnungssuche und schreibt in unserem aktuellen MDRfragt-Stimmungsbild unter rund 21.000 Befragten: "Die Preise sind doch absolut überzogen. Für mich ist das Wucher."
Vor diesem Hintergrund halten 80 Prozent der Befragten staatliche Maßnahmen, welche die Mietpreise begrenzen könnten, grundsätzlich für sinnvoll.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNKEine staatliche Maßnahme zur Senkung der Mietpreise ist beispielsweise die sogenannte "Mietpreisbremse". Diese wird jedoch nicht selten umgangen, beispielsweise durch möblierte Wohnungsangebote.
Pro und Contra aus der Community
Solche Schlupflöcher werden von einigen Befragten kritisiert. Zugleich begründen viele in den Kommentaren, warum sie staatliche Eingriffe aber grundsätzlich für nötig halten. So kommentiert zum Beispiel Richard (29) aus dem Landkreis Bautzen: "Wenn immer mehr Wohnraum nicht von Privatpersonen, sondern von gewinnorientierten Konzernen oder Immobilien-Fonds bereitgestellt wird, braucht es staatliche Regularien, damit der Wohnraum für den durchschnittlichen Bürger in annehmbarer Qualität noch bezahlbar bleibt."
Susanne (43) aus dem Landkreis Meißen spricht sich konkret für eine Mietpreisbremse aus und meint: "Es sollte definitiv eine geben. Dass sich Familien aus dem Mittelstand keine Wohnung mehr leisten können, obwohl sie nicht mal so schlecht verdienen, geht so nicht weiter."
Dass sich Familien aus dem Mittelstand keine Wohnung mehr leisten können [...] geht so nicht weiter.
Einige Befragte kritisieren die staatlichen Maßnahmen zur Senkung der Mietpreise hingegen als Eingriffe in den freien Markt und plädieren für mehr Wohnungsbau.
Stellvertretend dafür steht auch der Kommentar von Christa (73) aus Jena. Sie schreibt: "Wenn die Mieten begrenzt werden, wird kein Unternehmer mehr Wohnungen bauen. Wieder muss der Staat unterstützen. Das kann es doch nicht sein. Es müssen endlich Bedingungen geschaffen werden, die den Wohnungsbau wieder lukrativ machen."
Mehr Wohnungsbau gewünscht
Wie in den Kommentaren der Befragten immer wieder zu lesen ist, spielt für viele auch das Thema Wohnungsbau eine zentrale Rolle. Insgesamt sind 68 Prozent der Meinung, dass der Staat gesetzliche Änderungen vornehmen und so Anreize zum Bau neuer Wohnungen durch Privatinvestoren setzen sollte.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNKViel Zuspruch für kommunale und städtische Wohnungsbaugesellschaften
MDRfragt-Mitglied Rabea (32) aus Dresden wünscht sich hingegen noch mehr kommunale und städtische Wohnungsbaugesellschaften und kommentiert: "Ich fände es aber noch wichtiger, dass dem Staat, den Städten beziehungsweise den Bundesländern viel mehr Wohnungen gehören."
Mit dieser Meinung zählt sie zum Großteil der Befragten. Grundsätzlich finden es 86 Prozent durchaus positiv, wenn Städte und Kommunen über Wohnungsbaugesellschaften selbst Wohnungen besitzen und vermieten.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNKVergleicht man das Antwortverhalten je nach Altersgruppe, zeigt sich, dass der Zuspruch für städtische und kommunale Wohnungsbaugesellschaften mit dem Alter der Befragten zunimmt.
Das Für und Wider in den Kommentaren
Oliver (42) aus dem Landkreis Meißen spricht sich beispielsweise für Wohnungsgesellschaften aus, da diese seiner Meinung nach die Chance bieten, "dass das Wohnen bezahlbar bleibt und die Wohnungen nicht zum Spekulationsobjekt werden."
Sandy (31) aus Leipzig sieht das ähnlich und merkt zugleich jedoch an: "Ich finde es zwar positiv, aber bei uns in Leipzig ist es ein Glücksspiel, an eine solche Wohnung zu kommen."
Einige betrachten die kommunalen und städtischen Wohnungsbaugesellschaften hingegen eher kritisch. Stellvertretend dafür schreibt Wolfgang (80) aus dem Landkreis Nordhausen: "Wohnungsbaugesellschaften, die staatlich subventioniert sind, verzerren den Wettbewerb. Das ist den Gesetzen des freien Marktes zuwider und führt zu Verwerfungen."
Darüber hinaus merkt Frank (73) aus Dresden an: "Die Kommunen haben jetzt schon kein Geld. Wer soll die Instandhaltung bezahlen, wenn die Mieteinnahmen diese Kosten nicht abdecken können?"
Geteilte Meinung zur niedrigen Eigentumsquote
In Deutschland besitzen weniger Menschen eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus als in vielen anderen Ländern. Nur etwa die Hälfte wohnt im Eigentum – in manchen Ländern sind es über 90 Prozent.
Bei der Frage, ob diese vergleichsweise geringe Eigentumsquote in Deutschland problematisch ist oder nicht, gehen die Meinungen in der MDRfragt-Gemeinschaft auseinander. So halten 47 Prozent diese für problematisch während 39 Prozent darin kein Problem sehen.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNKAuffällig ist dabei, dass Eigentümer die niedrige Eigentumsquote deutlich problematischer einschätzen als Befragte, die zur Miete wohnen.
Mieten oder kaufen?
In den Kommentaren finden sich unterschiedliche Meinungen zu der Frage, ob es denn heutzutage besser sei, eine Immobilie zu mieten oder zu kaufen. Auch bei den jüngsten Befragten ist das immer wieder ein Thema.
Über diese Befragung
An der Befragung "Wohnungsnot und hohe Preise – Ist das eigene Zuhause noch bezahlbar?" vom 9. bis zum 13. März 2026 haben 20.834 Menschen teilgenommen.
Bei MDRfragt können alle mitmachen, die mindestens 16 Jahre alt sind und in Sachsen, Thüringen oder Sachsen-Anhalt wohnen.
Unser Ziel ist es, die Vielfalt der Argumente sichtbar zu machen. Die Kommentare der Teilnehmenden helfen uns, die Gründe für unterschiedliche Positionen und das gesamte Meinungsspektrum abzubilden.
Wir ziehen keine Stichprobe, sondern laden alle Interessierten ein, ihre Meinung einzubringen. Deshalb sind die Ergebnisse streng genommen nicht repräsentativ. Aber: An den Befragungen beteiligen sich jeweils zehntausende Menschen aus den drei Bundesländern. MDRfragt wird zudem wissenschaftlich begleitet und überprüft. Die Ergebnisse werden nach bewährten Methoden gewichtet – anhand soziodemografischer Merkmale wie Alter, Geschlecht und Bildungsgrad – und so an die tatsächliche Bevölkerungsverteilung in Mitteldeutschland angepasst. Dadurch sind die Ergebnisse aussagekräftig für die Stimmung im Sendegebiet. Durch Rundungen ergeben die Prozentwerte bei einzelnen Fragen nicht immer exakt 100.
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