• Der Iran-Krieg beeinflusst die meisten deutschen Unternehmen.
  • Ökonom Reint Gropp erwartet, dass die Inflation auf über drei Prozent steigen wird.
  • Auch Lebensmittel werden voraussichtlich teurer.

Das Ifo-Institut geht von weitreichenden Folgen des Iran-Kriegs für die deutsche Wirtschaft aus. Wie aus einer Umfrage des Münchner Forschungsinstituts hervorgeht, geben 90 Prozent der Unternehmen an, dass der Krieg wahrscheinlich ihre Geschäfte beeinflussen wird.

Iran-Krieg sorgt für große Unsicherheit

Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, sagte, der Konflikt treffe die Industrie unmittelbar und sorge für große Unsicherheit.
Demnach befürchten mehr als drei Viertel der Betriebe steigende Energiekosten.

Gut ein Drittel mache sich Sorgen wegen eingeschränkter Schifffahrtswege und Lieferengpässen. Knapp ein Viertel erwarte eine sinkende Nachfrage nach Exportgütern.

IWH-Ökonom erwartet weiter steigende Inflation

Der Ökonom Reint Gropp vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erwartet, dass die Inflationsrate in den nächsten Monaten weiter steigen wird.

Gropp sagte MDR AKTUELL, die Inflationsrate von 2,7 Prozent sei ein direkter Effekt der gestiegenen Energiepreise, die sich um mehr als sieben Prozent verteuert hätten. Auch Dienstleistungen seien betroffen.

Gropp rechnet damit, dass die Inflationsrate noch auf deutlich über drei Prozent steigen wird. Das hänge aber schlussendlich von vielen Faktoren ab, unter anderem davon, wann der Iran-Krieg ende.

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Lebensmittel werden wohl teurer

"Bei der Produktion von jedem Gut ist Energie ein wichtiger Teil und bis jetzt haben wir noch nicht gesehen, wie sich das durch die Lieferketten frisst", sagt Gropp.

Vor allem energieintensive Produkte wie Chemikalien, pharmazeutische Produkte und Düngemittel würden sich verteuern. Der höhere Energiepreis wird dem Ökonomen zufolge aber auch dazu führen, dass die Lebensmittelpreise weiter steigen.

Mit dem Inflationsschub, den es 2022 zu Beginn des Ukraine-Kriegs gab, sei die aktuelle Entwicklung aber nicht vergleichbar. Damals habe es auch noch Effekte der Corona-Pandemie gegeben, etwa durch Lieferkettenengpässe.

"Werden weniger Wachstum sehen"

Wirtschaftlich seien die Aussichten nicht besonders gut, sagt Gropp. Wenn die Europäische Zentralbank die Zinsen erhöhe, werde das die wirtschaftliche Erholung in Deutschland reduzieren. "Wir werden weniger Wachstum sehen."

MDR, dpa (akq)

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