Inhalt des Artikels:
- Vier Bewerber in Deutschland für 2036, 2040 oder 2044
- 50 Millionen Euro an Bewerbungskosten für alle Regionen
- Nachnutzbarkeit der neuen Infrastruktur Voraussetzung für die Bewerbung
- Übersicht des DOSB zu den Olympiabewerbungen der Regionen
Vier Bewerber in Deutschland für 2036, 2040 oder 2044
In Italien sind die Olympischen Winterspiele vor wenigen Wochen zu Ende gegangen. Davor standen Milliardeninvestitionen, neue Infrastrukturen und langfristige Nutzungsdebatten. Und weitere Olympische Spiele wollen mit viel Vorlauf geplant werden. In Deutschland bewerben sich vier Regionen um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044.
Aktuell sind Hamburg, München, der Verbund "KölnRheinRuhr" und Berlin, das sich mit den vier Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein als Partner bewirbt, im Rennen. Welcher Standort für Deutschland in den internationalen Auswahlprozess des IOC gehen wird, entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund im Herbst.
50 Millionen Euro an Bewerbungskosten für alle Regionen
Schon jetzt ist es ein millionenschwerer Wettstreit um die deutsche Olympiabewerbung, denn eine Olympiabewerbung kostet viel Geld. Die vier Bewerber müssen ihre Konzepte vorlegen und den Nachweis erbringen, dass sie die Kriterien als Austragungsort erfüllen. Allein dafür haben Berlin, Hamburg, München und der Verbund KölnRheinRuhr gemeinsam Kosten in Höhe von 50 Millionen Euro eingeplant, auch mit dem Blick darauf, was durch die Austragung Olympischer Spiele angekurbelt werden kann. "Bund, Land und Unternehmen finanzieren dann mit, was sie vorher nicht finanziert hätten. Das führt nach einer neuen Studie dazu, dass der Durchschnitt der Projekte etwa 20 Jahre vorher fertig wird", erklärte Michael Aspeck, Koordinator der Münchner Olympiabewerbung, gegenüber dem MDR-Magazin Umschau.
München hatte 1972 die letzten Olympischen Sommerspiele in Deutschland ausgetragen. Mehr als ein halbes Jahrhundert später will München erneut Gastgeber werden. Die Chancen stehen nicht schlecht, denn 90 Prozent der Sportstätten sind bereits heute vorhanden und werden auch genutzt. Und zusätzliche Investitionen würden sich nach Aspeck auch langfristig bezahlt machen, weil Kosten für die Bahn, für neue Wohnungen und Grünflächen auch so anfallen würden. "Nur hier werden wir einen riesigen wirtschaftlichen Vorteil haben, weil Olympische Spiele eine Entwicklungsdynamik auslösen", so Aspick.
Nachnutzbarkeit der neuen Infrastruktur Voraussetzung für die Bewerbung
Das Internationale Olympische Komitee legt dabei auch sehr großen Wert auf die Nachnutzbarkeit der Infrastruktur. Denn nach den Spielen in Athen 2004, in Turin 2006 und in Rio de Janeiro 2016 waren unschöne Bilder um die Welt gegangen: von verfallenden Sportstätten, die zuvor für hohe Millionenbeträge errichtet wurden. "Das ist der olympischen Familie schwer auf die Füße gefallen, dass in letzten Olympischen Spielen oft sogenannte weiße Elefanten gebaut wurden, also Stadien, die danach nicht mehr genutzt wurden", sagte der Sportökonom Wolfgang Maenig gegenüber dem MDR-Magazin Umschau. Er hat eine Professur für Wirtschaftspolitik an der Universität Hamburg inne und war 1988 Ruder-Olympiasieger.
Der IOC fordert inzwischen laut Maenig von den Bewerbern, "dass sie vorab nachweisen, dass jedes Stadion das neu gebaut wird, auch eine Nachnutzung hat. Und das kann man nicht einfach so durch einen Federstrich machen. Da muss richtig ein Gutachten erstellt werden." Einer der vier aktuellen deutschen Olympiabewerber, die Stadt München, war da der IOC-Forderung Jahrzehnte voraus. Ulrich Böhm, heute 85 Jahre alt und Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre Architekt des olympischen Dorfes in München, erinnert sich im MDR-Magazin Umschau: "Wir hatten ein Programm: Olympische Nutzung und auf der anderen Seite nacholympische Nutzung. Beides musste erfüllt werden."
Dies gilt auch für die Gegenwart und hat auch die Einwohner der Stadt im Oktober des vergangenen Jahres überzeugt. Beim Bürgerreferendum über die Olympiabewerbung sprach sich ein Großteil der Bevölkerung für die Spiele 2036, 2040 oder 2044 in München aus. Rund sieben Millionen Euro hat die Stadt allein in die Vorbereitung und Durchführung des Referendums investiert. In Hamburg und der Region KölnRheinRuhr werden die Abstimmungen im April und Mai stattfinden. Ausnahme ist die Bewerberstadt Berlin: Laut Landesverfassung ist hier eine Volksabstimmung über die deutsche Olympiabewerbung nicht vorgesehen.
Übersicht des DOSB zu den Olympiabewerbungen der Regionen
MDR (cbr)
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