- Die Bundesregierung will gegen steigende Lebensmittelpreise vorgehen.
- Grund dafür sind laut Ökonomen steigende Kosten für Energie, Produktion und Transport.
- Laut Experten könnten vor allem Getreide, Fleisch, Milchprodukte, Obst, Gemüse, Backwaren, Fisch und Getränke teurer werden.
Steigende Lebensmittelpreise rücken angesichts des Kriegs im Iran zunehmend in den Fokus der Politik. Eine Taskforce von Union und SPD werde sich nun gezielt mit den Kosten für Nahrungsmittel befassen, sagte der stellvertretende SPD-Fraktionschef Esra Limbacher der "Rheinischen Post". Hintergrund sind laut Limbacher steigende Preise für Energie, Dünger und Transport, die sich zunehmend auf die Lebensmittelproduktion auswirkten.
Limbacher kündigte an, die Taskforce werde "inflationsbremsende Maßnahmen" beraten. Er brachte ein Sofortprogramm für heimische Düngerproduzenten sowie Steuererleichterungen im Nahrungsmittelbereich ins Gespräch und warnte: "Inflation ist Gift für die Menschen mit normalen Einkommen und für unsere Wirtschaft. Wir müssen uns schützend vor unsere Bevölkerung stellen."
Steigende Preise bei Backwaren und Milchprodukten
Auch Branchenvertreter melden bereits konkrete Engpässe. Der Bundesverband Ei etwa warnt vor einer möglichen Eierknappheit kurz vor Ostern.
Ökonomen rechnen zudem mit breiteren Preissteigerungen. Handelsexperte Carsten Kortum von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn erwartet vor allem bei energieintensiven Produkten wie Backwaren, Milchprodukten und verarbeiteten Lebensmitteln steigende Preise.
Auch Waren mit langen Lieferwegen wie Fisch oder Obst könnten teurer werden. "Zunächst sind einzelne Spezialitäten sowie Obst und Gemüse betroffen, mittelfristig zieht der Preisdruck jedoch durch weite Teile des Lebensmittelkorbs", sagte er.
Getreide und Getränke werden teurer
Besonders angespannt ist nach Einschätzung von Samina Sultan vom Institut der deutschen Wirtschaft die Lage bei Getreide, Mais, Soja und Reis. Grund seien hohe Düngemittelpreise, die Preissteigerungen wahrscheinlich machten. Da Mais und Soja auch als Futtermittel genutzt werden, könnten in der Folge auch Fleischpreise steigen.
Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie erwartet ebenfalls steigende Kosten in Produktion und Auslieferung. Auch in der Getränkebranche könnten höhere Energie- und Rohstoffpreise die Herstellung verteuern, erklärte der Deutsche Brauer-Bund. Branchenexperte Kai Hudetz vom IFH Köln geht davon aus, dass der Handel zusätzliche Kosten zumindest teilweise an Verbraucher weitergeben wird.
dpa(jst)
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