• Die Kakaopreise sind zuletzt deutlich gefallen, im Supermarkt bleiben viele Schoko-Osterhasen aber teuer.
  • Vor allem die großen Marken tragen dazu bei, dass die Preise im Regal kaum sinken.
  • Wer sich über teure Schoko-Hasen ärgert, kann laut Verbraucherzentrale mit dem eigenen Einkauf Druck auf die Hersteller ausüben.

Kakaobäume sind empfindliche Pflanzen. In den letzten Jahren gab es drei schlechte Ernten in den Haupterzeugerländern in Westafrika und gleichzeitig eine große Nachfrage. Die Folge: der Preis für die Tonne Kakao schoss regelrecht nach oben, erklärt Lebensmittelmarkt-Fachmann Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg: "Wir hatten mal in den Spitzenzeiten so 11.000 bis 12.000 Euro Preise und jetzt sind wir gerade mal bei 3.000 Euro pro Tonne Kakao."

Teure Osterhasen trotz günstigerem Kakao

Um 75 Prozent ist der Kakaopreis gefallen. Die Schoko-Osterhasen haben davon aber bislang nichts mitbekommen. Der Lindt Goldhase mit 100 Gramm kostet 4,99 Euro – um mal den teuersten rauszugreifen. Der Konkurrenzhase von Ferrero kostet 3,29 Euro – für nur 70 Gramm. "Grotesk und nicht nachvollziehbar", findet das Experte Armin Valet und fügt hinzu, der Zenit sei wohl noch nicht erreicht.

Dabei macht der eigentliche Kakaopreis nur neun Prozent des Endpreises aus. Die Hersteller hatten vor zwei Jahren aber gerade mit der damaligen Kakaokrise ihre Preissteigerungen erklärt. Sie freuen sich jetzt über ihre Margen. Das gleiche gilt für die Handelskonzerne. Sie stecken sich über 40 Prozent des Endpreises ein, haben also auch kein Interesse an wieder sinkenden Preisen. Außerdem gibt es die Konkurrenz durch die Eigenmarken, die weit günstiger sind. Ein Beispiel: Der Osterhase von Rewe kostet 1,29 Euro für 70 Gramm.

Wie Verbraucher Einfluss nehmen können

Warum also funktioniert das Spiel mit den teuren Hasen trotzdem? Für Armin Valet von der Verbraucherzentrale ist die Sache klar: "Wir haben es hier mit starken Marken zu tun. Die überlegen sich ein bisschen frech die Preise, die die Verbraucherinnen und Verbraucher bereit sind zu bezahlen. Es ist ein Genusslebensmittel, da guckt man nicht so genau drauf."

Es wäre aber gut, wenn mehr Menschen das täten. Die Wahl hätten sie. Dann ist es eben nicht der goldene Hase des Schweizer Konzerns, sondern die günstige Konkurrenz. Das würde Druck ausüben auf die Großen, meint Lebensmittelmarkt-Experte Valet: "Wir schreiben den Verbrauchern nicht vor, was sie tun sollen, aber natürlich: Wer sich über die hohen Preise aufregt und sich veräppelt fühlt, der sollte dann natürlich im Supermarkt mit seinem Einkaufszettel abstimmen." Anders gesagt: Wenn alle weiterhin die teuren Hasen kaufen, bleibt das Preisniveau dort oben, wo es zur Zeit ist.

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