Bei einer großangelegten Razzia gegen mutmaßliche Schwarzarbeit im Baugewerbe haben Ermittler am Montag Wohnungen und Geschäftsräume in mehreren Bundesländern durchsucht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Mühlhausen und des Hauptzollamts Erfurt waren mehr als 160 Beamtinnen und Beamte im Einsatz. Durchsuchungen gab es unter anderem in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie in Berlin, Bremen, Hamburg und Niedersachsen.

Im Fokus der Ermittlungen stehen insgesamt 16 Wohn- und Geschäftsräume. Bei den Durchsuchungen stellten die Einsatzkräfte zahlreiche Beweismittel sicher, darunter Computer und Smartphones. Die Maßnahmen dauerten nach Behördenangaben weiter an.

Hauptbeschuldigter aus Weimar

Hauptverdächtiger ist ein 36-jähriger Unternehmer aus Weimar. Nach Angaben der Ermittler soll er Arbeitnehmer im Baugewerbe entweder gar nicht oder mit zu niedrigem Bruttolohn zur Sozialversicherung angemeldet haben. Dadurch seien Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer nicht oder nur teilweise gezahlt worden. Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen ermittelt deshalb wegen des Verdachts des Vorenthaltens von Sozialversicherungsbeiträgen und der Steuerhinterziehung.

Nach aktuellen Schätzungen beläuft sich der entstandene Schaden auf mehr als 1,2 Millionen Euro. Neben dem Hauptbeschuldigten wird gegen 21 weitere Personen ermittelt. Ihnen wird laut Behörden Beihilfe zu den mutmaßlichen Straftaten vorgeworfen.

Nach Darstellung der Ermittler sollen beteiligte Firmen außerdem untereinander Scheinrechnungen ausgetauscht haben, um die Schwarzarbeit zu verschleiern. Die sichergestellten Datenträger und Unterlagen sollen nun ausgewertet werden, um die genauen Abläufe zu rekonstruieren.

MDR/AFP/dpa (jst)

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