Die Containerreederei Hapag-Lloyd übernimmt einen Konkurrenten aus Israel. Dafür wird unter anderem eine Freigabe des Staates Israel erforderlich.

Mit einer Milliardenübernahme in Israel festigt die Reederei Hapag-Lloyd ihren Rang als weltweit fünftgrößte Containerreederei. Für die Übernahme der in Haifa ansässigen Reederei Zim nehmen die Hamburger mehr als vier Milliarden US-Dollar in die Hand, wie die Hapag-Lloyd AG mitteilte. Der Vertrag mit der Zim Integrated Shipping Services Limited wurde am Montag in Tel Aviv unterzeichnet, wie Hapag Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen anschließend sagte.

An der Börse kam die Transaktion nicht gut an: Die Aktien von Hapag-Lloyd büßten vor dem Hintergrund der Übernahme 8,3 Prozent ein und schlossen mit gut 110 Euro auf dem niedrigsten Stand seit rund drei Monaten. Eine Analystin der US-Bank JPMorgan wertete die Übernahme als Beleg, dass Größe und Marktanteile in der Branche schwerer wögen als das Schaffen von Wert. 

Genehmigung des Staates Israel nötig

Für den Deal sind noch mehrere Genehmigungen nötig, darunter jene des Staates Israel, wie es weiter hieß. Jansen sagte, er hoffe, dass die Transaktion bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein wird. Unter den Großaktionären von Hapag-Lloyd, sind Katar (12,3 Prozent) sowie Saudi-Arabien (10,2 Prozent).

Hapag-Lloyd hatte im Geschäftsjahr 2025 auch wegen gesunkener Preise einen Gewinnrückgang verzeichnet. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag demnach vorläufig bei einer Milliarde Euro. 2024 und 2023 hatte der Wert noch bei 2,6 Milliarden Euro gelegen. Allerdings verfügt Hapag-Lloyd wegen enormer Gewinne aus der Zeit der Corona-Pandemie über ein hohes Eigenkapital. In der Spitze verdienten die Hamburger 2022 ein Ebit von mehr als 17 Milliarden Euro.

Zim ist eine international tätige Reederei mit einer eigenen Flotte von Containerschiffen - und rangiert auf Platz zehn der weltweit größten Containerreedereien.

dpa
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