• Die Steuerklärung mit einem Klick soll die Abgabe der Steuererklärung erleichtern.
  • Bayerns Finanzminister hält sie für eine "sichere und unkomplizierte" Option.
  • Lohnsteuerhilfen sehen auch mögliche Nachteile für Steuerzahler.

Ab Juli soll es für rund 11 Millionen Stueerzahler möglich sein, eine vorausgefüllte Steuererklärung mit einem Klick per App zu versenden. Die neue Funktion kann nach Angaben des bayrischen Finanzministeriums zunächst nur von ledigen, kinderlosen Arbeitnehmern und Menschen, die Alterseinkünfte beziehen, genutzt werden.

Bayern hatte die Funktion im Auftrag von Bund und Ländern entwickelt und programmiert. Sie ist aber in allen Bundesländern verfügbar. Ab 31. März können sich alle, die zur ersten Anwendergruppe gehören und die Funktion künftig nutzen möchten, in der "MeinELSTER+"-App dafür freischalten lassen. 

Füracker: "Meilenstein der Digitalisierung und Nutzerfreundlichkeit"

Sie erhalten ab Juli von den Finanzämtern eine fertige Steuererklärung und eine Vorschau auf den Steuerbescheid mit den Steuerdaten, die den Ämtern für das Steuerjahr 2025 bereits vorliegen. Diese Erklärung kann - bei Einverständnis - mit nur einem Klick versendet werden. Änderungen oder Anpassungen sind vor Versand jederzeit möglich. Funktionen und Anwenderkreis der App sollen nach und nach weiter ausgebaut werden.

Bayerns Finanzminister Albert Füracker erklärte, die Funktion ermögliche es Steuerpflichtigen die "Steuererklärung einfach, sicher, unkompliziert und direkt vom Smartphone aus" zu erledigen. Das sei ein "weiterer Meilenstein in Sachen Digitalisierung und Nutzerfreundlichkeit der Steuerverwaltung". 

Lohnsteuerhilfe: "Nutzer verzichten auf Geld, das ihnen zusteht"

Die Steuererklärung mit nur einem Klick ist allerdings nicht unumstritten. "Die Steuererklärung bietet für viele Steuerpflichtige die Chance, Geld vom Staat zurückzuholen", erklärt Tobias Gerauer von der Lohnsteuerhilfe Bayern. Dadurch, dass das Finanzamt nicht alle Daten kenne, bestehe die Gefahr, dass man zu viel Steuern bezahle und auf Geld verzichte, das einem zustehe. Als Beispiel nennt Gerauer etwa individuelle Ausgaben fur Beruf, Wohnung bzw. Haus und Kinder.

Deshalb empfiehlt er, es nicht bei der schnellen Steuererklärung zu belassen, sondern solche Angaben in der App zu ergänzen. Ohne diesen Schritt habe die neue Funktion vor allem Vorteile für die Finanzämter, weil es sie personell entlaste und mehr Geld in die öffentlichen Kassen spüle.

dpa, MDR (akq)

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