Miles & More wechselt den Kreditkartenpartner. Wer seine Karte weiter nutzen möchte, muss diese neu beantragen. Es lockt ein Bonus, doch welche Alternativen gibt es? 

Wer eine Miles-&-More-Kreditkarte besitzt, sollte aktuell genau hinschauen. Europas größtes Vielfliegerprogramm hat den Bankpartner gewechselt: Seit Oktober 2025 gibt nicht mehr die DKB, sondern die Deutsche Bank die Kreditkarten aus. Für Kundinnen und Kunden bedeutet das allerdings keinen automatischen Übergang – es ist ein neuer Antrag nötig, wenn die Karte weiter genutzt werden soll. Bis zum 15. Februar lockt Miles & More daher mit einem Wechselbonus bei einem neuen Antrag für die Kreditkarte. Für viele stellt sich aber grundsätzlich die Frage: Wenn ohnehin ein neuer Antrag nötig ist – lohnt sich vielleicht auch der Wechsel zu einer anderen Vielflieger-Kreditkarte? Der Check.

Bankwechsel: Was sich bei Miles & More jetzt ändert

Aus Datenschutzgründen erfolgt der Wechsel von der DKB zur Deutschen Bank nicht automatisch. Inhaberinnen und Inhaber einer Miles-&-More-Kreditkarte müssen sich bewusst für den Umstieg entscheiden und eine neue Kreditkarte bei der Deutschen Bank beantragen. Wer das innerhalb der Frist bis zum 15. Februar macht, erhält einen Wechselbonus in Form von Meilen.

Wichtig zu wissen:

  • Ohne neuen Antrag bei der Deutschen Bank läuft die bisherige Karte perspektivisch aus
  • Bonus: bis zu 5.000 Meilen, erstes monatliches Kartenentgelt entfällt
  • Der Bonus ist zeitlich begrenzt bis zum 15. Februar.
  • Das Miles-&-More-Konto bleibt bestehen, ebenso wie gesammelte Meilen

Die DKB hat Kreditkarten für Vielfliegende im Dezember zum 28. Februar 2026 gekündigt. Karten für Miles-&-More-Teilnehmende ohne Vielfliegerstatus enden zum 30. April 2026. Spätestens bis dahin ist eine Anschlusslösung nötig – entweder über die Deutsche Bank innerhalb des Miles-&-More-Programms oder über einen anderen Anbieter.

Lohnt sich der Miles-&-More-Wechselbonus überhaupt?

Bis zu 5.000 Meilen machen den neuen Antrag für Vielflieger zunächst verlockend. Gemessen am möglichen Gegenwert fällt der Bonus jedoch eher klein aus. Für einen Prämienflug in der Economy Class reicht diese Menge in der Regel nämlich nicht aus, sofern keine weiteren Meilen hinzukommen. Wer also nur gelegentlich fliegt oder Meilen langsam sammelt, hat daher nur einen begrenzten Nutzen. Bei häufigen Reisen kann sich ein Vergleich mit Alternativen ebenfalls lohnen, zumal die Entscheidung ohnehin ansteht.

Alternative beim Kreditkartenwechsel: Warum viele Vielflieger zu Amex schauen

Als Alternative kommt auch American Express in Spiel. Hier werden ebenfalls für Kartenzahlungen Punkte gutgeschrieben, diese allerdings im Membership Rewards Programm, das flexibler ist als ein einzelnes Airline-System. Punkte lassen sich in verschiedene Vielflieger- und Hotelprogramme übertragen, teilweise auch direkt für Zahlungen nutzen oder gegen Prämien eintauschen.

Ein wesentlicher Unterschied liegt im Gesamtpaket: Karten von American Express bieten oft umfangreichere Zusatzleistungen, sind dafür aber meist teurer. Allerdings fallen Willkommensboni für Neukundinnen und Neukunden häufig auch deutlich höher aus als der aktuelle Wechselbonus bei Miles & More. Je nach Karte kann die Punktezahl, wird sie sinnvoll eingesetzt, bereits für Upgrades oder Prämienflüge reichen.

Bei der American Express Platinum Card gibt es aktuell bis zu 85.000 Membership Rewards Punkte. Der Haken: Innerhalb der ersten sechs Monate nach Kartenerhalt müssen 10.000 Euro umgesetzt werden.

Die Details zur Amex Platinum: 

  • Grundgebühr: 60 Euro im Monat
  • Neukunden-Aktion: bis zu 85.000 Membership Rewards Punkte (alternativ bis zu 340 Euro Startguthaben)
  • Amex App: Abbuchungen in Echtzeit, Kontobewegungen, Membership Rewards Punkte und mehr direkt auf dem Smartphone

Hier geht's zum Angebot der American Express Platinum-Kreditkarte

Für einen Euro Kartenumsatz wird ein Membership Rewards Punkt gutgeschrieben. Mit dem Mindestumsatz kommen zum Willkommensbonus also weitere 10.000 Punkte hinzu, insgesamt wären es 95.000 Punkte. Diese lassen sich in zahlreiche Programme transferieren, etwa im Verhältnis 3:2 zu Cathay Pacific. Daraus würden maximal 63.200 Meilen – genug, um je nach Verfügbarkeit und Einlösekonditionen beispielsweise einen Business-Class-Flug von München nach Doha zu buchen.

Mehr als Meilen: Das bietet die Platinum Card von Amex zusätzlich

Neben dem Bonus setzen viele American-Express-Karten auf zusätzliche Reise- und Serviceleistungen, die klassische Airline-Kreditkarten nicht immer abdecken:

  • Insgesamt 640 Euro Guthaben pro Jahr für Restaurantbesuche im In- und Ausland, SIXT ride, Online-Reisebuchungen und Shopping
  • Zugang zu über 1.550 Airport-Lounges: 2 Priority-Pass-Mitgliedschaft kostenfrei für Haupt- und Zusatzkarteninhaber plus je eine Begleitperson
  • Status-Upgrades bei Hotel- und Mietwagenpartnern
  • Reise-Versicherungsschutz (Reiserücktrittskosten-Versicherung, Auslandsreise-Krankenversicherung, europaweiter Kfz-Schutzbrief, Mietwagen-Vollkasko, Reise-Unfallversicherung, Schutz bei Flug- oder Gepäckverspätung)
  • Zusatzkarten: eine Platinum-Zusatzkarte und bis zu 4 weitere Gold Cards

Für Vielreisende kann das im Alltag einen spürbaren Unterschied machen – besonders dann, wenn ohnehin eine neue Karte beantragt werden muss.

Ein Punkt bleibt dennoch wichtig: Bei Zahlungen außerhalb des Euroraums können Gebühren anfallen. Gebührenfrei sind nur Euro-Zahlungen; für Fremdwährungen und Bargeldabhebungen berechnet American Express laut Konditionen bis zu vier Prozent.

Günstigere Alternative: American Express Gold Card

Mit 60 Euro im Monat ist die Platinum Card deutlich teurer als Miles & More. Zum Vergleich: Die goldene Miles-&-More-Kreditkarte mit Reiseversicherungsschutz und weiteren Reisevorteilen kostet 11,50 Euro im Monat.

Wer die Punktewelt von American Express nutzen möchte, aber weniger bezahlen will, kann auch die Gold Card in Betracht ziehen. Der Leistungsumfang ist kleiner, das Entgelt liegt bei 20 Euro pro Monat. Aktuell wird dort ein Willkommensbonus von bis zu 50.000 Membership Rewards Punkten beworben.

  • Grundgebühr: 20 Euro monatlich
  • Neukunden-Aktion: bis zu 50.000 Membership Rewards Punkte (oder alternativ 200 Euro)
  • Amex App: Abbuchungen in Echtzeit, Kontobewegungen, Membership Rewards Punkte und mehr direkt auf dem Smartphone

Hier geht's zum Angebot der American Express Gold-Kreditkarte

Die Eurowings-Alternative von Easybank

Wer bei den Jahresgebühren mehr sparen möchte oder einen anderen Leistungsumfang bevorzugt, kann sich auch die Eurowings-Kreditkarte von Easybank näher anschauen, die als Classic oder Premium verfügbar ist. 

Hier werden ebenfalls per Miles & More Meilen gesammelt. Dazu kommen je nach Variante Boni wie zum Beispiel Fastlane an ausgewählten Flughäfen, Reiserücktrittsversicherungen und Willkommensmeilen (500 beziehungsweise 2.000). Die Jahresgebühren belaufen sich derzeit auf 20 Euro (Classic) oder 99 Euro (Premium). Diese werden allerdings erst ab dem zweiten Jahr fällig.  

Hier geht es zum Angebot der Eurowings-Kreditkarte Classic von Easybank

Fazit: Wenn ohnehin ein neuer Antrag nötig ist, lohnt sich der Vergleich

Der Bankwechsel bei Miles & More zwingt viele Kartenkunden dazu, eine Entscheidung zu treffen. Wer im Programm bleiben will, muss aktiv neu beantragen und erhält dafür einen zeitlich begrenzten Bonus. Genau dieser Schnitt ist aber auch ein Anlass, Alternativen zu prüfen, denn nicht jede Vielflieger-Kreditkarte passt gleich gut zum eigenen Reiseprofil.

Wer vor allem flexible Punkteoptionen und zusätzliche Reiseleistungen sucht und bereit ist, mehr zu zahlen, findet bei American Express oft ein umfangreicheres Paket. Der höhere Willkommensbonus und die vielseitige Einlösung können langfristig lohnender wirken als ein einmaliger Wechselbonus von 5.000 Meilen bei Miles & More.

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