- In Mitteldeutschland sind die Heizkosten im Januar stark gestiegen.
- Im Vergleich war der Anstieg in Thüringen besonders hoch.
- Schon vergangenes Jahr hatten sich die Heizkosten im Osten deutlich erhöht.
Der kalte Januar hat in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die Heizkosten deutlich steigen lassen. Das zeigt eine Auswertung des Energiedienstleisters Techem. In allen drei Bundesländern sei erheblich mehr geheizt worden als in den Vorjahren.
Heizkosten in Thüringen besonders stark gestiegen
Bundesweit fiel der Anstieg in Thüringen am stärksten aus. Dort lag der Heizenergieverbrauch im Januar um mehr als 34 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Techem rechnet für Thüringen mit einem Plus der Heizkosten von fast 32 Prozent gegenüber Januar 2025.
Auch in Sachsen lag der Verbrauch demnach mehr als 16 Prozent über dem Vorjahresmonat. Für die Heizkosten erwartet Techem einen Anstieg von 14 Prozent.
In Sachsen-Anhalt fiel der Zuwachs beim Heizverbrauch im Vergleich moderater aus. Dort wurde im Januar 2026 etwa 10 Prozent mehr Heizenergie verbraucht als ein Jahr zuvor. Die Heizkosten sollen laut Prognose um rund 8 Prozent steigen.
Verbrauchsdaten von mehr als 300.000 Wohnungen ausgewertet
Grundlage für die Auswertung waren Techem zufolge Verbrauchsdaten aus rund 324.000 Wohnungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Berücksichtigt wurden alle gängigen Energieträger. Die Kostenberechnung basiert auf den durchschnittlichen Energiepreisen der jeweiligen Jahre.
Auch bundesweit wurde im Januar deutlich mehr geheizt. Nach Techem-Angaben stieg der Heizenergieverbrauch in Deutschland insgesamt um fast 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Heizkosten sind um etwa 10 Prozent gestiegen.
Heizkosten im Osten schon 2025 deutlich erhöht
Schon im vergangenen Jahr sind die Heizkosten im Osten spürbar gestiegen. Sowohl das Vergleichsportal Verivox als auch der Energiedienstleister Techem verzeichneten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen überdurchschnittliche Kostensteigerungen – trotz tendenziell sinkender Preise für Energie und Energieträger.
Der Prognose zufolge stiegen die Kosten für das Heizen wegen der kälteren Temperaturen im bundesweiten Durchschnitt um 8,6 Prozent, bei Haushalten mit Fernwärme um gut 13 Prozent, bei Gas um knapp zehn Prozent.
Im Städtevergleich lagen Halle (14,8 Prozent) und Dresden (14,6 Prozent) ganz vorn. Nur in Karlsruhe (21 Prozent) fiel die Kostensteigerung noch drastischer aus.
Kälte treibt den Verbrauch nach oben
Basis der Berechnungen waren Energiepreise und Temperaturen. Die Prognosen basieren auf dem EU‑Verbraucherpreisindex sowie Wetterdaten von meteostat.net. Für die letzten Wochen des Jahres 2025 wurden die Werte hochgerechnet.
Der starke Anstieg hängt demnach vor allem mit dem deutlich höheren Verbrauch zusammen. Der Februar war im vergangenen Jahr ungewöhnlich kalt, und ein früher Wintereinbruch mit Frost und Schneefall im November erhöhte den Heizbedarf zusätzlich. Auch die Weihnachtstage waren nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes so kalt wie seit 15 Jahren nicht mehr.
dpa, ots (das, akq)
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