- Für deutsche Unternehmen ist die Produktion in China immer noch lohnenswert – beim Import aus Deutschland setzt China mittlerweile auf Protektionismus.
- Das neue Freihandelsabkommen mit Indien weckt Hoffnungen in der deutschen Industrie. Doch den chinesischen Markt zu ersetzen, wird kaum möglich sein.
- Die Produktion in den USA ist aufgrund der politischen Lage risikoreich – auch wenn der Markt mittelfristig weiter wachsen dürfte.
Der Unternehmer Pierre Beer ist dieser Tage in China unterwegs. Der Chef der sächsischen GETT-Gruppe feiert dort mit Beschäftigten das chinesische Neujahr. Seit Jahren unterhält die GETT in Shenzhen einen Produktionsstandort, stellt Displays und Bedienelemente für Maschinen her.
Produktion in China lohnenswert, Export eher weniger
Wer als Deutscher in China produziert, sagt Beer, könne dort weiter gut verdienen: "Wir haben eine sehr gute Geschäftsentwicklung im innerchinesischen Markt. Was wir aber über die Jahre sehen, sind auch hier die gestiegenen Produktions- und Arbeitskosten" – wenngleich man noch lange nicht auf dem Niveau wie in Deutschland sei.
Die im Vergleich immer noch geringeren Produktionskosten würden eine Produktion in China noch vorteilhaft machen. Doch wer lediglich aus Deutschland nach China liefert, spürt Gegenwind. Die chinesische Regierung unterstützt jene Firmen, die auch im Land herstellen. Wer nur fertige Waren nach China liefern will, hat es schwerer.
Freihandel mit Indien: Neue Alternative zu China?
Das zeige sich in den Zahlen, sagt Oliver Wack vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau: Man beobachte seit 2018 verstärkt, dass die Exporte des deutschen und europäischen Maschinenbaus nach China peu à peu zurückgingen.
Von Januar bis November vergangenen Jahres sind die Ausfuhren um 8,5 Prozent gefallen – und die Kurve zeigt weiter nach unten. Hoffnung setzen viele Maschinenbauer auf ein anderes asiatisches Land: Indien. Der Grund ist das neue Freihandelsabkommen mit der EU.
Wack sieht darin viele Vorteile: Den Handel für beide Seiten deutlich attraktiver machen würde das Freihandelsabkommen durch den Wegfall von Zöllen und zusätzlichen Abgaben, durch Erleichterungen bei Transaktionen sowie bei der Abwicklung an der Grenze.
USA: Europäische Investments trotz Verunsicherung
Doch kann der Handel mit Indien die Verluste mit China ausgleichen? Oliver Wack antwortet knapp: Nein. Und auch der zweite große Auslandsmarkt der deutschen Maschinenbauer bereitet weiterhin Sorgen: die USA.
Alexander Jakschik, Chef der Umwelt-Lufttechnik AG im sächsischen Löbau, bereist gerade die amerikanische Westküste.
Er hofft, dass das Hin und Her nach der jüngsten Zolleinigung nun vorbei ist: Wichtig sei, dass die Verunsicherung aus diesem Markt weiche. "Mit den 15 Prozent können die meisten leben und kalkulieren – und auch nachhaltig wachsen. Mittelfristig denke ich, dass dieser Markt weiterhin ein Wachstumsmarkt ist." Er höre in vielen Gesprächen, dass viele Firmen überlegen würden, ihr Engagement in den USA auszubauen, sagt Jakschik.
Asien-Zölle: Produktion in den USA schwierig
"Ausbauen" heißt in den USA oft: eine eigene Fertigung aufbauen. Diesen Schritt ist auch Pierre Beer von der GETT-Gruppe gegangen. Außer in China produziert er inzwischen auch in den Vereinigten Staaten.
Doch der Start lief zäher als gedacht. Denn zentrale Bauteile für dort kommen weiterhin aus Asien – und die USA belegen solche Importe mit besonders hohen Zöllen. Trotzdem bleibt Beer überzeugt, dass das Engagement in den USA richtig ist.
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