Die Winzer an Saale und Unstrut schauen trotz einer guten Ernte mit gemischten Gefühlen nach vorn. Die Branche stehe unter Druck, erklärte Andreas Clauß, Präsident des Weinbauverband Saale-Unstrut, beim Weinbautag in Naumburg. Kaufzurückhaltung und ein insgesamt rückläufiger Weinkonsum machten es zunehmend schwieriger, die erzeugten Mengen am Markt abzusetzen. Weinbau und Vermarktung müssten deshalb neu gedacht werden.

In den vergangenen Jahrzehnten sei es gelungen, die Erträge stetig zu steigern, sagte Clauß. Nun gehe es darum, umzusteuern und marktgerechte Mengen zu produzieren. Eine große Weinmenge sei zwar teilweise naturgegeben, lasse sich aber auch durch die Winzer steuern. Für das laufende Jahr müsse die Produktion entsprechend angepasst werden.

Weniger Menge, mehr Markt

Ziel sei es, weiterhin hohe Qualität zu liefern, jedoch in vernünftigen Mengen. Nur so könne sich das vergleichsweise kleine Anbaugebiet im internationalen Wettbewerb behaupten. Angesichts der Absatzprobleme schloss Clauß auch Flächenstilllegungen in Zukunft nicht aus. Akut seien solche Schritte derzeit aber nicht.

Die Keller der Betriebe sind aktuell gut gefüllt. Nach Angaben des Verbandes wurde 2025 an Saale und Unstrut eine überdurchschnittlich reiche Ernte eingebracht. Allein in Sachsen-Anhalt lag die Gesamtmenge demnach bei rund 5,2 Millionen Litern und damit deutlich über dem langjährigen Durchschnitt der Region.

dpa, MDR (Hannes Leonard)

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