- Die Bahn saniert ihr Streckennetz auch im neuen Jahr umfassend. Im Raum Mitteldeutschland sind einige Verbindungen betroffen.
- Die Bahn tut sich schwer damit, überall rechtzeitig Konzepte für Ersatzfahrten zu entwickeln. Das hängt auch mit der teilweise kurzfristigen Planung zusammen.
- Beim Fahrgastverband Pro Bahn wünscht man sich mehr Flexibilität und bessere Kommunikation den Fahrgästen gegenüber.
Mit Rekordsummen will sich die Deutsche Bahn im neuen Jahr fit für die Zukunft machen: Mehr als 23 Milliarden Euro sollen deutschlandweit in das marode Schienennetz fließen. Damit wird es voraussichtlich etwa 28.000 Bahn-Baustellen im gesamten Bundesgebiet geben.
Ob Halle oder Dresden: Zahlreiche Strecken in Mitteldeutschland betroffen
Viele Baustellen davon auch in Mitteldeutschland, erklärt Markus Haubold, Vorsitzender beim Fahrgastverband Pro Bahn: "Wir haben einerseits eine regionale Korridor-Sanierung im Bereich Halle nach Eichenberg. Wir haben immer noch Auswirkungen von der Generalsanierung Hamburg-Berlin auf den Regionalverkehr in Sachsen-Anhalt, wo es immer noch Einschränkungen bis ins Frühjahr gibt. Wir haben um Leipzig herum Einschränkungen. Wir haben im Dresdner Hauptbahnhof recht viele Baumaßnahmen, auf der Strecke Dresden-Plauen gibt es Einschränkungen bis nach Dresden-Neustadt."
Kurzfristige Maßnahmen machen Ersatzlogistik kompliziert
Ebenso von Baumaßnahmen betroffen sei die Strecke Werdau-Gößnitz-Altenburg, sagt Haubold. Auch hier werde es erhebliche Beeinträchtigungen geben. Obwohl dort schon seit Jahren gebaut werde, sei es damit 2026 noch nicht vorbei. Und wer Naumburg ansteuere, der müsse ebenfalls mit Ausfällen rechnen: "Dort fällt zum Beispiel ein Regionalexpress weg. Teilweise fehlen Umleitungsstrecken oder Alternativstrecken. Deswegen muss man dann auch Schienenersatzverkehr nutzen, was zeitaufwändig ist, sofern es überhaupt einen gibt. Wir haben auch teilweise so kurzfristige Baumaßnahmen, die wir jetzt noch gar nicht voraussehen können, wo man es noch nicht einmal schafft, ein Ersatzverkehrprogramm auf die Beine zu stellen, geschweige denn die Fahrgäste ordentlich zu informieren."
Forderung: Bessere Abstimmung und Kommunikation von Ersatzkonzepten
Dies sei sehr ärgerlich, so der Pro Bahn-Chef. Auch wenn die Sanierungen dringend nötig seien, aber Jahre lang sei nichts passiert und nun müsse alles gleich auf einmal nachgeholt werden: "Man arbeitet jetzt den Investitionsstau der letzten 15, 20 Jahre auf, weil man dort einfach lange Jahre nichts gemacht hat und zu stark gespart hat. Da wünschen wir uns einfach eine bessere Abstimmung und eine Schritt-Für-Schritt-Umsetzung, eine größere Planungssicherheit für die Fahrgäste, ordentliche Ersatzkonzepte, die auch ordentlich vorher kommuniziert werden. Das muss einfach besser geplant werden, dass Fahrgäste sich auch längerfristig darauf einstellen können."
Tipp: Mehrere Informationsquellen zu Fahrten nutzen
Die Vergangenheit habe leider oft gezeigt, dass es die Deutsche Bahn noch nicht einmal schaffe, über ihren DB-Navigator Verbindungen beziehungsweise Änderungen oder Ausfälle zu aktualisieren. Markus Haubold rät deshalb allen Bahnreisenden: "Ich würde mehrere Medien nutzen, nicht nur den DB-Navigator, gerne auch mal regional bei den Verkehrsverbünden nachschauen oder bei den Eisenbahn-Verkehrsunternehmen, die auf den Strecken fahren."
Diese seien oft aktueller als die Deutsche Bahn, sagt Haubold. Wer mehrere Informationsquellen nutze, der habe am ehesten die Chance, eine passende Verbindung zu finden und nicht am Bahnsteig stehen zu bleiben.
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