Gegründet durch Enteignung, verstrickt im NS-System, neu geboren und nach steilem Aufstieg durch Corona fast niedergestreckt. Die Geschichte der Lufthansa in Bildern.

Die 100-jährige Geschichte der Deutschen Lufthansa als wechselhaft zu beschreiben, wäre eine Untertreibung. Sie entstand 1926 unter politischem Druck. Die Reichsregierung wollte eine Staatsfluglinie und die hohen Subventionen in der noch jungen Zivilluftfahrt konsolidieren. Zwei der damals erfolgreichsten Fluggesellschaften wurden zur Fusion gezwungen, ihre Eigentümer enteignet. Von Anfang an saßen spätere NS-Größen im Vorstand der Luft Hansa AG, wie zum Beispiel Erhard Milch, der Jahre später den Aufbau der Luftwaffe verantwortete. Am Ende war die Lufthansa so tief in das NS-System verstrickt, dass die Siegermächte sie 1945 als paramilitärische Organisation einstuften und verboten.

Nach dem Krieg erwarb eine Firma namens „Luftag“ die Markenrechte und benannte sich in Deutsche Lufthansa um. Einige Jahre gab es zwei Deutsche Lufthansa – eine im Westen, die andere im Osten Deutschlands. Nach einem Rechtsstreit benannte sich die Lufthansa-Ost in Interflug um.

Mit dem Staat als Haupteigentümer, der 90 Prozent der Anteile besaß, im Rücken kämpfte sich die Lufthansa zurück in einen europäischen Markt, der 1955 bereits unter anderen Fluglinien aufgeteilt war. Mit der Nutzung der Boeing 707 begann 1960 der steile Aufstieg: Die Ticketpreise fielen, die Passagierzahlen stiegen, und die LH-Flüge gingen in alle Welt. Das Wort „Lufthansa“ wurde zu einem Äquivalent für „Made-in-Germany“.

Lufthansa stemmte sich lange gegen Frauen im Cockpit

Im Hinblick auf Gleichberechtigung und Frauenrechte blieb die Lufthansa viele Jahre hinter anderen Fluggesellschaften zurück. Anfangs durften Stewardessen nicht verheiratet sein, in den 1970er Jahren wurden die Miniröcke so gekürzt, dass die Frauen ungewollt halb nackt dastanden, wenn sie sich zu den Gepäckfächern über den Sitzen hochreckten. Bis weit in die Achtziger lehnte die Lufthansa Frauen im Cockpit strikt ab. Erst 1988 flogen die ersten beiden Co-Pilotinnen auf Inlandsflügen.

Technisch war die Lufthansa dagegen stets weit vorn. Sie setzte beim Hersteller Boeing den Bau eines Düsenjets für die Kurzstrecke durch. Die Boeing 737 sollte die erfolgreichste Flugzeugfamilie des US-Konzerns werden. Die erste E-Mail aus einem Flugzeug wurde in einer Lufthansa-Maschine verschickt. Als erste Fluglinie der Welt betankte die Lufthansa ihre Flugzeuge mit einem Gemisch aus Biokraftstoff und Kerosin, was den CO₂-Fußabdruck deutlich reduzierte.  

Die Corona-Pandemie trieb die Lufthansa fast in die Insolvenz und sie musste durch Staatshilfen gerettet werden. Deutschland ohne Lufthansa? Unvorstellbar! Am 6. April 2026 wird die Kranich-Linie 100 Jahre alt.

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