Es war ein fast magischer Moment. Nur wenige Wochen nach dem Tod des Apple-Gründers Steve Jobs stellte Tim Cook im Oktober 2011 das iPhone 4s vor – und damit das erste Smartphone, das auf Sprachbefehle reagierte. Siri war eines der letzten Apple-Produkte, an dem Jobs bis zum Ende aktiv mitgewirkt hatte. Doch seitdem ist viel passiert – und Siri hat ihren Vorsprung längst verloren. Jetzt soll Google helfen, Siri wieder nach vorn zu bringen.
Das kündigten Apple und Google am Montag (Ortszeit) in einem gemeinsamen Blogpost an. Demnach will Apple seine KI Apple Intelligence und explizit auch die nächste Version von Siri auf Grundlage von Googles KI Gemini betreiben. "Nach vorsichtigem Abwägen haben wir entschieden, dass Googles Technologie die leistungsstärkste Grundlage für Apples zukünftige Basismodelle bietet", erklärte der Post.
Siri: Pionier mit schlechtem Ruf
Dass sich Siri in einer Sackgasse befindet, hatte auch Apple schon länger erkannt. Obwohl die Sprachassistentin Jahre vor Konkurrenten wie Alexa oder Google Assistant erschienen war, hängten die Konkurrenten sie rasch ab. Zuletzt hatten sich sogar Nutzerbeschwerden in den sozialen Netzwerken gehäuft, dass Siri eher schlechter als besser geworden sei – während gleichzeitig der Druck durch Sprach-KIs wie ChatGPT erheblich wuchs.
Eine neue Siri sollte den Rückstand wieder aufholen, versprach Apple bei der Vorstellung von Apple Intelligence bei seiner Entwicklermesse WWDC. Mit einem neuen Modell soll Siri besser Kontexte verstehen, komplexere Aufgaben erledigen können und auf die Bedürfnisse der Nutzer eingehen – während deren Daten weiter geschützt werden. Doch offenbar ist diese Aufgabe größer als erwartet. Bei der Vorstellung im Sommer 2024 kündigte Apple die neue Siri für das Frühjahr 2025 an – erschienen ist sie bis heute nicht.
Google-Unterbau für die Apple-KI
Mit der Google-Kooperation könnte sich das allerdings ändern. Auch Google war vom Erfolg von ChatGPT zwar kalt erwischt worden, dem Konzern gelang es aber rasch, die seit Jahren vorangetriebenen KI-Entwicklungen selbst zu einem vorzeigbaren Produkt zusammenzuführen. Mittlerweile gilt Gemini als eine der besten Sprach-KIs und kann neben Schreib- und Wissensaufgaben auch viele weitere für Apple wichtige Funktionen bieten.
Wie genau die Integration abläuft, haben die Unternehmen noch nicht verraten. Berichten zufolge will Apple Gemini vor allem als Grundlage nutzen, auf der dann eigene Angebote laufen. Der größte Unterschied zu Googles eigener Gemini-Variante: Bei Apple soll so viel wie möglich auf dem Gerät passieren, die Daten also nicht immer in die Cloud gesendet werden. So hatte es Apple auch bei der Integration von ChatGPT in Apple Intelligence gehandhabt. Der Vorteil für den iPhone-Konzern: Man kann den Kunden die Vorteile der KI-Assistenten bieten, gleichzeitig aber weiter auf den höheren Datenschutz bei Apple-Geräten verweisen.
Das iPhone im Fokus
Dass Apple beim Hype um Künstliche Intelligenz hinterherhängt, hat mehrere Gründe. Zwar bietet der Konzern bereits seit vielen Jahren KI-Funktionen – auch bei Siri handelt es sich ja bereits um eine Sprach-KI –, man hatte es aber lange vermieden, diese auch so zu nennen. Auch, weil das seit Jahren in der Branche schwelende Thema von den Kunden lange Zeit eher mit Skepsis betrachtet wurde.
Ein weiterer wichtiger Grund ist Apples Geschäftsmodell. Obwohl die Services an Wichtigkeit zunehmen, verdient der Konzern den Großteil seiner Einnahmen mit dem Verkauf von klassischen Hardware-Produkten wie dem iPhone. Die Software, zu der auch KI-Funktionen gehören, ist dabei zwar ein wichtiger Bestandteil, sie dient aber letztlich dazu, das Produkt besser zu machen. Anders als bei Konkurrenten wie Google oder Microsoft ist sie kein eigenes Produkt, das für sich selbst steht.
Apple und Google kooperieren schon länger
Solange die Kunden sich nicht für KI interessierten, hatte es für Apple also wenig Nutzen, sich wie die Konkurrenten voll darauf zu stürzen. Bis dann mit ChatGPT plötzlich doch das Interesse explodierte und auch iPhone-Nutzer explizite KI-Funktionen erwarteten.
Die Zusammenarbeit mit Google ist indes weniger überraschend, als es vielleicht erscheinen mag. Die beiden Unternehmen sind seit Jahrzehnten Geschäftspartner, Google zahlt Apple jedes Jahr zweistellige Milliardenbeträge, um weiter als Standardsuche in Apples Browser Safari eingestellt zu sein. Gerüchteweise hat Apple schon vor Jahren damit begonnen, eine eigene Websuche zu entwickeln, um Google eventuell irgendwann ersetzen zu können. Passiert ist das bisher (noch) nicht.
Quellen: Blogpost, Guardian, Axios
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