Die CDU von Ministerpräsident Voigt gerät in Thüringen immer stärker unter Druck. Wie aus einer neuen „Insa“-Umfrage im Auftrag der „Thüringer Allgemeinen“, der „Ostthüringer Zeitung“ und der „Thüringischen Landeszeitung“ hervorgeht, erreicht die AfD von Björn Höcke in Thüringen unverändert 40 Prozent.

Die CDU dagegen verliert im Vergleich zur letzten Erhebung im Juli vier Prozentpunkte und kommt nur noch auf 18 Prozent. Damit schrumpft ihr Vorsprung vor der Linken auf einen einzigen Prozentpunkt. Die Partei erreicht inzwischen 17 Prozent.

Bei der Landtagswahl im September 2024 hatte die CDU noch 23,6 Prozent erzielt und damit mehr als zehn Prozentpunkte vor der Linken gelegen, die damals auf 13,1 Prozent kam. Die aktuellen Zahlen zeigen, wie stark sich die Kräfteverhältnisse im Freistaat seitdem verschoben haben.

Auch die übrigen Ergebnisse dürften für die Landesregierung wenig erfreulich sein. Die SPD kommt auf acht Prozent, das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) auf fünf Prozent. Die Grünen würden mit vier Prozent den Einzug in den Landtag weiter verpassen. Die von Vizeministerpräsidentin Katja Wolf mitgegründete Abspaltung „Thüringen gerecht“ erreicht lediglich zwei Prozent.

Die Umfragewerte im Überblick:

  • AfD: 40 Prozent (+/-)
  • CDU: 18 Prozent (-4)
  • Linke: 17 Prozent (+1)
  • SPD: 8 Prozent (+2)
  • BSW: 5 Prozent (-2)
  • Grüne: 4 Prozent (+/-)
  • Sonstige: 8 Prozent (inkl. „Thüringen gerecht“)

Besonders deutlich wird die schwierige Lage der Regierung beim Blick auf den Stimmenanteil, den die drei Parteien noch gemeinsam erreichen würden: CDU, SPD und „Thüringen gerecht“ kommen zusammen gerade einmal auf 28 Prozent. Die AfD allein liegt damit zwölf Prozentpunkte vor den drei Regierungsparteien.

Auch bei einer möglichen Sitzverteilung zeichnet sich ein erhebliches Ungleichgewicht ab. Nach Berechnungen auf Grundlage der Umfrage könnte die AfD rund 45 Prozent der Mandate erreichen. Für eine absolute Mehrheit würde es allerdings nicht reichen. Die Regierungsparteien kämen zusammen auf etwa 30 Prozent der Sitze. Für Ministerpräsident Voigt, der Thüringen seit Dezember 2024 in einer Koalition aus CDU, BSW und SPD regiert, ist das Ergebnis ein deutliches Warnsignal.

Für die Erhebung befragte Insa zwischen dem 20. und 27. Oktober 1000 Menschen in Thüringen.

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