Erstmals seit mehr als 30 Jahren haben die Demokraten in Texas Hochrechnungen zufolge die Gouverneurswahl gewonnen. Die Kandidatin Gina Hinojosa setzte sich gegen den republikanischen Amtsinhaber Greg Abbott durch, wie die Nachrichtenagentur AP und der Nachrichtensender CNN auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen berichteten.

Die 52-Jährige wird damit die erste Latina an der Spitze des südlichen Bundesstaats. Sie löst Abbott nach drei Amtszeiten ab. Der überraschende Erfolg in der langjährigen republikanischen Hochburg gilt auch als Rückschlag für US-Präsident Donald Trump.

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Dieser reagierte auf seiner Plattform Truth Social prompt. Er schrieb, Abbott hätte die Wahl nicht verloren, wenn er in den vergangenen Monaten nicht zum „RINO“ („Republican in Name Only“) geworden wäre – ein Politiker, der offiziell der Republikanischen Partei angehört, nach Ansicht Trumps aber deren Grundsätze nicht vertritt.

US-Demokratin Gina Hinojosa

Vor dem Hintergrund der Unzufriedenheit mit Trumps Politik war Texas einer der traditionell republikanisch geprägten Bundesstaaten, in denen die Demokraten bei diesen Zwischenwahlen auf überraschende Erfolge hofften. Seit 1995 haben stets Republikaner das Amt des Gouverneurs bekleidet.

Hinojosa triumphierte über Abbott, obwohl der mit prall gefüllten Wahlkampfkassen und prominenten Unterstützern in den Wahlkampf gegangen war, darunter ein Ölmogul in dem wichtigen Ölförderstaat sowie Tech-Milliardär Elon Musk. Dieser hat mehrere seiner Firmensitze und den Weltraumbahnhof Starbase in Texas und plant eine Halbleiterfabrik in dem Bundesstaat, der sich immer mehr zu einem Zentrum der Technologieindustrie entwickelt.

Auch im Rennen um einen Sitz im US-Senat setzte sich in Texas mit James Talarico ein Demokrat durch. Talarico hob im Wahlkampf immer wieder seinen christlichen Glauben hervor. Er gilt als einer der Hoffnungsträger in der Partei.

Neuer US-Senator James Talarico

Haaland wird erste indigene Gouverneurin der USA

Im US-Bundesstaat New Mexico ist die Demokratin Deb Haaland Hochrechnungen zufolge als erste indigene Frau in der US-Geschichte zur Gouverneurin gewählt worden. Haaland setzte sich gegen den Republikaner Gregg Hull durch, wie die Nachrichtenagentur AP auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen berichtete.

US-Demokratin Deb Haaland

Die 1960 geborene Haaland war zuvor unter anderem zwischen 2021 und 2025 Innenministerin unter US-Präsident Joe Biden – und hatte damit als erste indigene Frau einen Ministerposten in den USA bekleidet.

Crowley wird erster schwarzer Gouverneur von Wisconsin

Der Demokrat David Crowley gewann die Gouverneurs-Wahl im US-Bundesstaat Wisconsin – und ist damit der erste schwarze Gouverneur in der 178-jährigen Geschichte des Bundesstaats. Er setzte sich gegen den Republikaner Tom Tiffany durch, der enge Verbindungen zu Trump unterhält.

Der 40-jährige Crowley folgt auf den Demokraten Tony Evers, der nicht erneut kandidiert hatte. Crowley war zuvor Verwaltungschef des Bezirks Milwaukee. In seiner Siegesrede kündigte er an, Gouverneur aller Menschen in Wisconsin sein zu wollen – auch jener, die nicht für ihn gestimmt haben.

Im Wahlkampf setzte er vor allem auf wirtschaftliche Themen und versprach, die Lebenshaltungskosten zu senken. Zudem sprach er sich für einen besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung, mehr Geld für öffentliche Schulen und eine Ausweitung der Kinderbetreuung aus.

David Crowley lässt sich feiern

Auch in anderen Bundesstaaten konnten die Demokraten überraschende Erfolge verbuchen. Die Wahlnacht brachte dabei nicht nur historische Siege, sondern auch eine Reihe politischer Überraschungen in traditionell republikanischen Regionen.

„Blaue Welle“ in mehreren Bundesstaaten

In mehreren Bundesstaaten setzte sich die „blaue Welle“ durch und brachte neue Politiker-Persönlichkeiten hervor, die in den nächsten Jahren prägend sein könnten. Dazu zählt Keisha Lance Bottoms, die in Georgia das Gouverneursamt gewann.

Bottoms wird damit die erste schwarze Gouverneurin in der Geschichte der USA sein. Der republikanische Amtsinhaber Brian Kemp durfte nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.

Keisha Lance Bottoms

Demokratin Acton schlägt Trump-Kandidaten in Ohio

Die Demokratin Amy Acton wird Hochrechnungen zufolge neue Gouverneurin des US-Bundesstaats Ohio. Sie setzte sich gegen den Republikaner Vivek Ramaswamy durch. Der bisherige republikanische Gouverneur Mike DeWine durfte nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren. Ohio ist historisch ein eher republikanisch geprägter Bundesstaat.

Amy Acton

Acton ist Ärztin und diente zeitweise unter DeWine als Leiterin der Gesundheitsbehörde des Bundesstaats. Sie engagierte sich in der Vergangenheit bei einer gemeinnützigen Organisation und trat an, damit „die Not der Menschen in Ohio nicht länger“ ignoriert wird. Sie hat als Feind vor allem Milliardäre und Konzerne ausgemacht, die Politiker beeinflussen würden.

Demokraten gewinnen auch in Iowa

Die Demokraten stellen Hochrechnungen zufolge künftig auch den Gouverneur im US-Bundesstaat Iowa. Ihr Kandidat Rob Sand setzte sich bei den US-Parlamentswahlen gegen den Republikaner Zach Lahn durch.

Rob Sand ist zum neuen Gouverneur des US-Bundesstaats Iowa gewählt worden

Die republikanische Amtsinhaberin Kim Reynolds hatte nach zwei Amtsperioden entschieden, nicht mehr anzutreten. Sand ist Rechtsanwalt und war zuvor oberster Rechnungsprüfer von Iowa. Lahn ist Unternehmer.

Demokraten halten Gouverneursposten in Kalifornien

In Kalifornien hat der Demokrat Xavier Becerra Hochrechnungen zufolge die Gouverneurs-Wahl gewonnen. Der Sohn mexikanischer Einwanderer setzte sich gegen den Republikaner Steve Hilton durch, wie AP auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen meldete. Mit rund 40 Millionen Einwohnern ist Kalifornien der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA, etwa 40 Prozent der Bevölkerung sind Latinos.

Becerra wird damit Nachfolger des Demokraten Gavin Newsom, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte. Die Verfassung Kaliforniens erlaubt Gouverneuren maximal zwei Amtszeiten. Newsom gilt als ein möglicher Kandidat der Demokraten für die Präsidentenwahl 2028.

Unter Präsident Joe Biden war Becerra Gesundheitsminister

Becerra diente unter anderem als Gesundheitsminister in der Regierung des damaligen Präsidenten Joe Biden und als Generalstaatsanwalt von Kalifornien. Davor war er 24 Jahre lang Abgeordneter im Repräsentantenhaus in Washington. Er ist nun der erste Gouverneur des Westküstenstaates mit mexikanischen Wurzeln seit der kurzen Amtszeit von Romualdo Pacheco, der 1875 ein knappes Jahr diesen Posten innehatte.

Becerras Gegenspieler Hilton musste sich geschlagen geben. Der von US-Präsident Trump unterstützte Hilton stammt aus Großbritannien und war zuvor in der britischen Politik sowie in den USA beim konservativen TV-Sender Fox News aktiv. Der letzte republikanische Gouverneur des US-Westküstenstaates war der gebürtige Österreicher und Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger, der von 2003 bis Januar 2011 amtierte.

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