Die CDU von Ministerpräsident Boris Rhein hat im aktuellen „Hessentrend“ des Hessischen Rundfunks deutlich an Zustimmung verloren. Die Christdemokraten kommen auf 25 Prozent und büßen gegenüber der vorherigen Erhebung im Februar sieben Prozentpunkte ein.
Das ist der niedrigste CDU-Wert, der bislang im „Hessentrend“ gemessen wurde. Die AfD legt dagegen um drei Punkte auf 23 Prozent zu und liegt damit nur noch zwei Punkte hinter der Union.
Auch der Koalitionspartner SPD verliert: Die Sozialdemokraten erreichen 15 Prozent, einen Punkt weniger als im Februar. Damit hätte die schwarz-rote Landesregierung, die seit 2024 regiert, derzeit keine parlamentarische Mehrheit mehr.
Die Grünen verbessern sich um zwei Punkte auf 16 Prozent, die Linke um einen Punkt auf 7 Prozent. Die FDP legt ebenfalls leicht zu, bleibt mit vier Prozent aber unter der Fünf-Prozent-Hürde.
Die Umfragewerte im Überblick
- CDU: 25 Prozent (−7)
- AfD: 23 Prozent (+3)
- Grüne: 16 Prozent (+2)
- SPD: 15 Prozent (−1)
- Linke: 7 Prozent (+1)
- FDP: 4 Prozent (+1)
- Freie Wähler: 3 Prozent (neu)
- Sonstige: 7 Prozent (-2)
Mehrheit mit Landesregierung unzufrieden
Parallel zu den Verlusten der Regierungsparteien wächst die Unzufriedenheit mit deren Arbeit. 54 Prozent der Befragten sind mit der Landesregierung nicht zufrieden. Nur noch 38 Prozent bewerten ihre Leistung positiv, neun Punkte weniger als im Februar. Damals hatten sich Zustimmung und Ablehnung noch die Waage gehalten.
Bei der Frage nach der größten Problemlösungskompetenz bleibt die CDU mit 21 Prozent vorn. Die AfD folgt mit 16 Prozent. Zugleich traut inzwischen ein Drittel der Befragten keiner Partei zu, die drängenden Probleme zu lösen. Dieser Anteil steigt um acht Punkte.
Mehrheit schließt Zusammenarbeit mit AfD nicht grundsätzlich aus
Eine grundsätzliche Ablehnung jeder Zusammenarbeit mit der AfD findet in Hessen keine Mehrheit. Ein gutes Drittel der Befragten befürwortet Entscheidungen je nach Thema und Einzelfall. Ein weiteres Viertel meint, eine Zusammenarbeit sollte angestrebt werden. Ein gutes Drittel lehnt beides ab. Die CDU schließt eine Zusammenarbeit mit der AfD bislang aus, allerdings setzte Ministerpräsident Rhein zuletzt Signale für eine Abkehr von einer strikten Brandmauer-Politik.
Auch ein Verbotsverfahren gegen die AfD stößt bei gut der Hälfte der Befragten auf Ablehnung. Unter den CDU-Anhängern sprechen sich 59 Prozent dagegen aus. Bei den Anhängern von SPD, Grünen und Linken unterstützen dagegen jeweils rund zwei Drittel ein solches Verfahren.
Bei der hessischen Landtagswahl am 8. Oktober 2023 wurde die CDU mit 34,6 Prozent stärkste Kraft. Dahinter folgten die AfD mit 18,4 Prozent, die SPD mit 15,1 Prozent und die Grünen mit 14,8 Prozent. Die FDP schaffte mit 5,0 Prozent knapp den Einzug ins Parlament. Anschließend wechselte Ministerpräsident Rhein den Koalitionspartner: Seit Januar 2024 regiert die CDU mit der SPD. Das schwarz-rote Bündnis löste die zuvor zehn Jahre bestehende Koalition aus CDU und Grünen ab.
Für den „Hessentrend“ befragte Infratest dimap vom 19. bis 22. Oktober 1185 Wahlberechtigte telefonisch und online. Die statistische Schwankungsbreite beträgt nach Angaben des Hessischen Rundfunks etwa zwei Prozentpunkte bei einem Anteilswert von zehn Prozent und drei Punkte bei einem Wert von 50 Prozent.
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