US-Präsident Donald Trump hat vor den Kongresswahlen vom 3. November vorzeitig seine Stimme abgegeben. Trump ging am Samstag in einem Wahllokal in West Palm Beach im Bundesstaat Florida nahe seiner Privatresidenz Mar-a-Lago wählen. Begleitet wurde der 80-Jährige dabei von seiner Ehefrau Melania. Der US-Präsident, dessen Republikanern bei den sogenannten Midterms eine Niederlage droht, trug anschließend einen Aufkleber mit der Aufschrift „I voted“ (Ich habe gewählt) am Revers seines Sakkos.
Von Journalisten auf das Thema Korruption angesprochen, das viele Wähler umtreibt, sagte Trump, die „echte Korruption“ gebe es bei den oppositionellen Demokraten. Der Präsident wiederholte zudem die Falschbehauptung, er habe die Präsidentschaftswahl 2020 eigentlich gewonnen: „Es war eine manipulierte Wahl, aber ich habe mit Millionen Stimmen Vorsprung gewonnen.“
Trump war damals dem Demokraten Joe Biden unterlegen, räumt dies aber bis heute nicht ein. Bei den Präsidentschaftswahlen 2024 gewann Trump dann – und kehrte so Anfang 2025 ins Weiße Haus zurück.
Bei den Kongress-Zwischenwahlen in zehn Tagen werden alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses und 35 der 100 Senatoren neu gewählt. Die oppositionellen Demokraten hoffen, Trumps Republikanern die Mehrheit in beiden Kongresskammern entreißen zu können.
Historisch schlechte Zustimmungswerte für Trump
Insbesondere beim Repräsentantenhaus haben sie gute Chancen. Die US-Wähler nutzen die Midterms traditionell dazu, die Partei des Präsidenten abzustrafen. Trump kommt zudem in Umfragen auf historisch schlechte Zustimmungswerte, unter anderem wegen steigender Lebenshaltungskosten und des in der Bevölkerung unbeliebten Iran-Kriegs.
In den USA können Wähler schon vor dem eigentlichen Wahltag ihre Stimme abgeben, entweder persönlich oder per Briefwahl. Trump hat immer wieder Briefwahlen kritisiert. Er bezeichnet sie als betrugsanfällig, obwohl es keinerlei Hinweise auf weitverbreiteten Wahlbetrug in den USA gibt.
Beobachter befürchten, dass Trump bei einer Niederlage seiner Republikaner bei den Midterms erneut Wahlbetrugsvorwürfe erheben könnte. Die Demokraten könnten dem Präsidenten mit einer Mehrheit in einer oder beiden Kongresskammern das Regieren deutlich erschweren.
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