Der frühere Präsident des Bundesnachrichtendiensts, August Hanning, ist nach WELT-Informationen wegen des Verdachts der Spionage festgenommen worden. Außer Hanning wurde auch ein ehemaliger enger Mitarbeiter von ihm festgenommen.

Gegen den ehemaligen Geheimdienstchef wird demnach wegen des Verdachts des Landesverrats, des Ausspähens von Staatsgeheimnissen und der geheimdienstlichen Agententätigkeit für eine fremde Macht ermittelt. Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung soll Hanning geheime Informationen von einem früheren Mitarbeiter des Leitungsstabs des BND gekauft haben. Die Informationen seien demnach für die „Nachrichtendienstliche Lage“ im Bundeskanzleramt bestimmt gewesen.

Ziel Hannings soll es nach Angaben der „Bild“-Zeitung gewesen sein, die Unterlagen im Rahmen einer späteren Beratungstätigkeit weiterzuverkaufen.

Nach WELT-Informationen hatte es seit Jahren den Verdacht gegeben, dass Hanning ein Zuträger des russischen Geheimdienstes sein könnte. Das hatte auch ein ehemaliger Agent behauptet. Hanning hatte dies gegenüber WELT stets als Unfug zurückgewiesen.

Nach Recherchen von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ nahmen Ermittler des Bundeskriminalamts (BKA) Hanning am frühen Morgen in seinem Haus in Nordwalde bei Münster fest. Bei dem Mitarbeiter soll es sich um einen ehemaligen Büroleiter handeln, berichtet auch die „Tagesschau“.

Auf die Spur der mutmaßlichen Informationsweitergabe seien die Behörden demnach im Zuge der Ermittlungen zur Entführung der Kinder von Unternehmerin Christina Block gekommen. Die 53-Jährige steht zurzeit in Hamburg vor Gericht. Ihr wird vorgeworfen, in dem langen Sorgerechtsstreit eine israelische Sicherheitsfirma für die Rückführung ihrer Kinder vom Wohnort des Vaters in Dänemark engagiert zu haben.

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