Die Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp war über Jahre Mitglied der linksextremistischen Organisation Rote Hilfe. Laut Landesgeschäftsstelle der Linken wollte Eralp mit der Mitgliedschaft unterstützen, „dass Menschen einen juristischen Beistand haben, die sich für linke und soziale Themen engagieren, auch wenn sie selbst nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen“. So berichtete es die „FAZ“ am Dienstag.
Nun zeigt ein Blick in die Verbandszeitschrift der Roten Hilfe, dass der Verein 2024 öffentlich zu Spenden für die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette aufrief.
In der Ausgabe 2/2024 der von Bundesvorstand der Roten Hilfe herausgegebenen Vereinszeitschrift findet sich ein Artikel unter der Überschrift „Haftsituation und Solidarität – Zur Festnahme von Daniela Klette“. Darin beklagt die Organisation die Haftbedingungen der ehemaligen RAF-Terroristin und veröffentlicht die Kontoverbindung eines eigens eingerichteten Spendenkontos. Nach Angaben der Roten Hilfe sollten die Gelder unter anderem für Klettes Verteidigung sowie für „Lesematerial, Kleidung etc.“ verwendet werden.
Klette war im Februar 2024 nach Jahren auf der Flucht in Berlin festgenommen worden. Gegen die frühere RAF-Terroristin lagen mehrere Haftbefehle vor. Die Ermittlungsbehörden warfen ihr unter anderem Beteiligung an schweren Raubüberfällen vor. Inzwischen wurde Klette zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.
Die Rote Hilfe wird seit Jahren von Verfassungsschutzbehörden dem linksextremistischen Spektrum zugerechnet. Der Verein versteht sich als Solidaritätsorganisation für linke Aktivisten, die mit Ermittlungs- oder Strafverfahren konfrontiert sind. Die Bundesregierung bezeichnet die Rote Hilfe als „die größte und eine der wichtigsten Gruppierungen im deutschen Linksextremismus“.
Bereits 2016 hatte die Vereinszeitung der Roten Hilfe den RAF-Terroristen Daniela Klette, Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub öffentlich Unterstützung ausgesprochen. Die Fahndung nach dem Trio wurde damals als „unnachgiebige Menschenjagd“ bezeichnet. Die Redaktion schrieb: „Lasst es Euch gutgehen … und lasst Euch nicht erwischen!“
Garweg und Staub sind weiterhin auf der Flucht.
Eralp war nach Angaben der Berliner Landesgeschäftsstelle während ihres Jurastudiums in den Verein eingetreten. Anschließend sei sie „über Jahre passives Mitglied“ gewesen, hieß es. Über die Mitgliedschaft habe Eralp auf der Homepage des Abgeordnetenhauses immer transparent informiert. Im vergangenen Jahr sei sie „wegen teilweise anderer politischer Ansichten“ ausgetreten.
Eralp war im Oktober 2025 zur Spitzenkandidatin der Berliner Linken gewählt worden. Mit ihr an der Spitze gewann die Linke die Abgeordnetenhauswahl am 20. September deutlich vor der bislang gemeinsam mit der SPD regierenden CDU. Für Donnerstag sind Vorgespräche für mögliche Sondierungen der Linken mit Grünen und SPD geplant.
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