Die Linken in Berlin stehen womöglich vor einer neuen Clan-Debatte. Nach dem Wirbel um die Anwesenheit des Berliner Clan-Chefs Issa Remmo auf einer Wahlparty in Neukölln waren laut einem Bericht des „Tagesspiegel“ offenbar auch zwei aus den sozialen Medien bekannte Aktivisten des palästinensischen Barbakh-Clans bei der Feier der Partei dabei.
Einer der Männer habe auf der Wahlparty den umstrittenen Neuköllner Linken-Spitzenkandidaten Ahmed Abed interviewt, berichtete die Zeitung. Der Anwalt mit palästinensischen Wurzeln will mit Unterstützung von SPD und Grünen Bezirksbürgermeister werden. Die Linke hatte in Neukölln 32 Prozent der Stimmen geholt.
Dem Bericht zufolge sprach derselbe Aktivist außerdem mit der Neuköllner Linken-Kreischefin Jorinde Schulz und dem neu gewählten Bezirksverordneten Basem Said. Said hatte am Wahltag auf Instagram den Aufruf einer extremistischen Initiative geteilt und anschließend geschrieben: „Gott hat alles ermöglicht, damit wir erfolgreich sein konnten.“ Schulz sagte dem „Tagesspiegel“, am Wahlabend habe man viele Interviews gegeben.
Ein zweiter Aktivist aus dem Barbakh-Clan filmte laut „Tagesspiegel“ während der Feier Ibrahim Ibrahim vor der Bühne. Ibrahim gilt als Unterstützer der terroristischen Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP).
Zweistellige Zahl an Familienmitgliedern stufen Ermittler als sicherheitsrelevant ein
Brisant ist der Fall auch wegen des Hintergrunds der Barbakh-Familie. Viele ihrer Angehörigen kamen dem Bericht zufolge erst ab 2024 aus dem Gazastreifen nach Deutschland. Von den mutmaßlich mehr als 300 Familienangehörigen in Berlin stufen Ermittler laut „Tagesspiegel“ eine zweistellige Zahl als sicherheitsrelevant ein. Einige sollen bei Gaza-Demonstrationen in Berlin mit Erkennungszeichen der Hamas aufgetreten sein.
Nach Informationen der „Bild“ handelt es sich bei einem der beiden Social-Media-Aktivisten um Ryad Aref. In seinem Instagram-Profil bezeichnet er sich als „Palästina-Aktivist aus Gaza“.
Aref filmte auf der Wahlparty unter anderem auch den Abgeordneten Ahmed Abed. Er beschimpfte in der Vergangenheit laut „Bild“ den Bürgermeister der israelischen Neuköllner Partnerstadt Bat Yam, Tzvika Brot, als „Völkermörder“ und trat wiederholt bei judenfeindlichen Demonstrationen auf.
Für die Berliner Linke kommt die Debatte zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Partei führt derzeit Sondierungsgespräche mit SPD und Grünen.
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