Der CDU-Politiker Jens Spahn gibt seinen Sitz im Haushaltsausschuss des Bundestages auf. Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf eine Nachricht Spahns in der entsprechenden WhatsApp-Gruppe an die Unionsabgeordneten im Ausschuss. Die Nachricht lag auch der Deutschen Presse-Agentur vor.
Demzufolge schrieb Spahn: „Nach reiflicher Überlegung über das Wochenende werde ich auf meinen Sitz im Haushaltsausschuss verzichten. Alles rund um meine Person ist aktuell so politisiert, dass ein normales Arbeiten kaum möglich sein wird.“ Weiter erklärte er: „Zudem merke ich an und in mir selber, dass mein Rücktritt im Juli noch viel zu frisch ist, um wieder voll durchzustarten, als wäre nichts gewesen.“
Der 46-Jährige, der als eine der entscheidenden Personen für die schwarz-rote Koalition galt, war im Juli nach Kritik auch aus den eigenen Reihen als Fraktionsvorsitzender zurückgetreten. Zuvor war bekannt geworden, dass er mithilfe einer Leihmutter in den USA Vater geworden war. Dabei hatte sich die CDU noch Anfang 2026 auf einem Parteitag für die Beibehaltung des Leihmutterverbots in Deutschland ausgesprochen.
Laut „Spiegel“ teilte Spahn zudem mit, er werde sich in Abstimmung mit Unionsfraktionschef Thorsten Frei zunächst auf seinen Wahlkreis und seine Familie konzentrieren. „Mit welchen inhaltlichen Schwerpunkten es für mich weitergeht, entscheiden wir mit etwas zeitlichem Abstand“, schrieb er demnach. Den Mitgliedern der Arbeitsgruppe wünschte er für die anstehenden Haushaltsberatungen alles Gute.
Der „Spiegel“ berichtet weiter, Spahn reagiere damit offenbar auf Kritik in der eigenen Partei wegen einer Reise nach Sardinien in der vergangenen Woche. Nach Angaben seines Sprechers habe sich der CDU-Politiker „aus familiären Gründen“ auf der italienischen Mittelmeerinsel aufgehalten. Deshalb habe er nicht an einer Sitzung des Haushaltsausschusses teilgenommen.
Nach Informationen des „Spiegel“ aus Ausschusskreisen sei Spahn außerdem bei einem weiteren Treffen des Gremiums am Donnerstagvormittag nicht anwesend gewesen. Aus seinem Umfeld habe es geheißen, er habe „entschuldigt gefehlt“, zudem sei eine Vertretung organisiert worden.
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