Zuerst soll er den Meeresbiologen Robert Marc Lehmann beleidigt, dann einen Hackerangriff erfunden und schließlich einen Radfahrer mit Wein übergossen haben: Diese Vorwürfe gegen den Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke (FDP), haben nun Konsequenzen. Er darf vorläufig keine Dienstgeschäfte mehr führen. Das beschloss der Hauptausschuss der Gemeinde vergangene Woche.

Nach Angaben der Verwaltung gilt das Verbot bis zur abschließenden Klärung der seit Ende Juli laufenden disziplinarrechtlichen und gegebenenfalls strafrechtlichen Verfahren gegen den Rathauschef. Das Verbot der Amtsausführung diene dem Schutz der Gemeinde, hieß es. Bis zum Abschluss der Verfahren gelte die Unschuldsvermutung. Darüber berichtete der NDR.

Hintergrund sind mehrere Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Lübeck. Im Raum stehen nach Angaben des NDR der Anfangsverdacht der Vortäuschung einer Straftat sowie mögliche Beleidigungsdelikte. Beide Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit dem Streit um den im Frühjahr vor Niendorf gestrandeten Buckelwal, der den Namen „Timmy“ erhielt, und Auseinandersetzungen mit dem Meeresbiologen Robert Marc Lehmann, der an den Rettungsversuchen für das Tier beteiligt war.

Partheil-Böhnke soll sich laut Staatsanwaltschaft in E-Mails abwertend über den Biologen geäußert haben. Partheil-Böhnke bestritt, die E-Mails selbst verfasst zu haben, und verwies auf einen angeblichen Hackerangriff auf Rathaus beziehungsweise Handy. Wie „Bild“ berichtet, gibt es Zweifel an der Darstellung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb wegen des Verdachts der Vortäuschung einer Straftat.

Hinzu kommt ein weiteres Ermittlungsverfahren. Gegen Partheil-Böhnke wird laut NDR wegen des Anfangsverdachts der versuchten Erpressung, der Nötigung und der Amtsanmaßung ermittelt. Dabei geht es um einen Vorfall im Juni auf der Promenade in Niendorf. Dem Bürgermeister wird vorgeworfen, einen Radfahrer angehalten und die Zahlung eines Verwarnungsgeldes verlangt zu haben, ohne hierzu befugt gewesen zu sein.

Laut „Bild“ soll Partheil-Böhnke den Radfahrer gestoppt und ein Verwarnungsgeld verlangt haben, das laut Bericht bei 55 Euro gelegen habe. In der anschließenden Auseinandersetzung soll der Bürgermeister dem Mann schließlich ein volles Weinglas über die Kleidung gegossen haben.

„Bild“ zufolge leitete die Kreisverwaltung Ostholstein Mitte Juli ein Disziplinarverfahren ein. Der elfköpfige Hauptausschuss der Gemeinde beschloss anschließend einstimmig die Freistellung des Bürgermeisters. Demnach umfasst das Verbot „sämtliche mit dem Amt des Bürgermeisters verbundenen Dienstgeschäfte, Aufgaben und dienstlichen Befugnisse“.

Partheil-Böhnke ist nach Angaben des NDR seit mehreren Wochen krankgeschrieben. Sein Vertrag als Bürgermeister läuft noch bis Ende Juni 2027. Bis zur nächsten Bürgermeisterwahl führt sein Stellvertreter Nils Hopp die Amtsgeschäfte.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke