Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin sorgt die Anwesenheit weiterer umstrittener Gäste bei Feierlichkeiten der Partei für Kritik. Neben dem Berliner Clan-Chef Issa Remmo war demnach auch der pro-palästinensische Aktivist Ibrahim Ibrahim auf der Wahlparty zu Gast, wie Fotos belegen. Über die Anwesenheit von Ibrahim berichtete auch das Portal „T-Online“, es beruft sich auf Posts von Berliner Journalisten in den sozialen Netzwerken.

Der Verein Democ, der zu Antisemitismus und Extremismus arbeitet, ordnet Ibrahim dem Umfeld der palästinensischen Organisation PFLP zu, die von der Europäischen Union als Terrororganisation eingestuft wird. Nach Angaben des Vereins hatte Ibrahim den 2024 getöteten Hamas-Anführer Jahja Sinwar öffentlich als „Märtyrerhelden“ bezeichnet.

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Zusätzliche Aufmerksamkeit erregte ein Foto, auf dem Ibrahim gemeinsam mit dem Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak zu sehen ist. Koçak gewann 2025 das Direktmandat in Berlin-Neukölln.

In einer Instagram-Story betonte Koçak dann am Montag, die Wahlparty in Neukölln sei öffentlich zugänglich gewesen. Er schrieb: „Wenn Menschen auf unseren Wahlpartys auf mich zukommen und ein Foto mit mir machen möchten, gehe ich zunächst davon aus, dass das in Ordnung ist. Von gewalt- oder terrorverherrlichenden Aussagen der genannten Person distanziere ich mich ausdrücklich.“

Während sich Koçak von Ibrahim distanziert, legt eine bereits veröffentlichte Instagram-Nachricht die Nähe des Politikers zum Remmo-Clan nahe. Firat Remmo, Sohn von Clan-Chef Issa Remmo, postete am späten Sonntag auf Instagram den Screenshot einer Nachricht, die ihm Ferat Koçak geschickt haben soll. Demnach schrieb Koçak an Remmo: „Grüße mit Respekt zurück an deinen Vater. Ab wann bist du im Büro? Ich kann vormittag vorbeikommen. Ich hab whats app. Muss nur einstellen dass du nicht automatische antwort immer bekommst [sic].“ Von wann diese Nachricht stammen soll, geht aus dem Screenshot nicht hervor.

Am 17. Februar dieses Jahres soll Koçak erneut geschrieben haben: „Bruder hilf mir mal das hier zu verbreitern. Sagt allen euren Leuten, die sollen das teilen bitte [sic].“ Dazu teilte Koçak ein Video, in dem er in einer Bundestagsrede vor einer „historischen Dauerdebatte“ beim Thema Clankriminalität warnt. Firat Remmo antwortete auf seine Nachricht: „Gerne Bruder.“

Den Screenshot versah Remmo nun mit dem Kommentar: „Wir sind Teil von etwas Großem. Wir stehen zusammen, wir halten zusammen und wir kämpfen für unsere Ziele. Wir sind Sieger. Wir sind Macher. Wir sind ein Team.“

Die Anwesenheit von Firat Remmos Vater Issa bei Linken-Veranstaltungen am Sonntag hatte zuvor für Diskussionen gesorgt. Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp betonte daraufhin, Remmo sei nicht eingeladen gewesen und wieder weggeschickt worden. Mit organisierter Kriminalität habe ihre Partei nichts zu tun. Am Montag distanzierten sich Linken-Chefin Schwerdtner und Eralp erneut.

Linken-Chefin Schwerdtner: „Wir als Partei nehmen das sehr ernst“

Auf der Bundespressekonferenz erklärte Schwerdtner, dass Remmo direkt ausgeladen worden sei, als er erkannt worden sei. „Wir als Partei nehmen das sehr ernst“, betonte Schwerdtner. „Wir werden in der Partei ganz klar dafür sorgen, dass so etwas nicht vorkommt.“

Eralp erklärte, Gewalt- und Terrorverherrlichung seien inakzeptabel. Sie gebe ein Schutzversprechen dafür ab, dass sich die Menschen in Berlin wieder sicher fühlen könnten. Oberste Aufgabe sei, dass sich jüdische, muslimische und auch queere Menschen wieder sicher fühlen könnten. Die Familie Remmo wird der Clan-Kriminalität zugerechnet und mit schweren Straftaten in Verbindung gebracht.

Kritik kam von Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU). Er sagte „Bild“: „Wenn Clan-Chefs und Islamisten den Wahlsieg der Linken in Berlin bejubeln, lässt das Schlimmes für die Innere Sicherheit befürchten.“ Die im Wahlkampf versprochenen Einsparungen bei Polizei und Verfassungsschutz hätten negative Auswirkungen auch auf Brandenburg, denn die organisierte Kriminalität arbeite über Ländergrenzen hinweg.

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