Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern erhält die CDU nur 4,9 Prozent der Stimmen und zieht somit erstmals nicht in den Landtag ein. Bei der Abgeordnetenhaus-Wahl in Berlin liegt die CDU mit 18,8 Prozent der Stimmen deutlich hinter der Linken (25,7 Prozent). Für dieses Wahldesaster interessiert sich auch das Ausland. Die „BBC“ platziert einen Artikel zur CDU-Niederlage an oberster Stelle der Webseite.
Alle News und Entwicklungen: Liveticker zu den Wahlen in MV und Berlin.
Schweiz
„NZZ“: „Die CDU erlebt ein Debakel bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin steuert auf eine sozialistische Regierung zu.“ Und weiter: „Auf den deutlichen Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt vor zwei Wochen folgt in Deutschland eine weitere politische Zäsur.“
Großbritannien
„The Times“: „Es ist mit Abstand das schlechteste Ergebnis der CDU bei einer Landtagswahl. Der Ausschluss aus dem Landesparlament wird für eine Partei, die sich traditionell als tragende Säule der deutschen Regierungsführung verstand, eine düstere Symbolkraft haben.“
„The Telegraph“: „Merz hält sich nach demütigender Doppelniederlage an der Macht.“ Und weiter: „Der Mitte-rechts stehende CDU-Vorsitzende ist wegen seines Versagens, die angeschlagene deutsche Wirtschaft zu reformieren und den Aufstieg der AfD einzudämmen, unter Rücktrittsdruck geraten. Mit einer Zustimmungsquote von nur 10 Prozent ist er bei den Wählern und seinen eigenen Parteimitgliedern, die ihn als realitätsfern, unsensibel und arrogant bezeichnen, äußerst unbeliebt.“
„The Guardian“: „Der äußerst unbeliebte Merz kämpft um sein politisches Überleben, nachdem er in diesem Jahr eine Reihe demütigender Rückschläge bei den Wählern hinnehmen musste. […] Der schwindende Rückhalt für Merz hat in Europas größter Volkswirtschaft ein Gefühl der Instabilität ausgelöst. Deutschland kämpft mit Deindustrialisierung, schwachem Wirtschaftswachstum und stark gestiegenen Energiekosten. Sollte der Aufstieg der AfD dazu führen, dass Merz das Kanzleramt vorzeitig aufgibt, würde dies der extremen Rechten zusätzlichen Auftrieb geben – zu einem Zeitpunkt, da Frankreich, Italien, Spanien und Polen im kommenden Jahr vor Wahlen stehen und nationalistische Parteien auf dem Vormarsch sind.“
Polen
„Gazeta Wyborcza“: „Behält Friedrich Merz sein Amt?“ Und weiter: „Als er die Führung der CDU übernahm, hatte Merz versprochen, dass er die Unterstützung für die AfD halbieren würde. Heute wird ihm vorgeworfen, dass er zum Wachsen ihrer Popularität beigetragen hat.“
Kanada
„Le Devoir“: „Regionalwahlen setzen deutsche Regierungspartei unter Druck. Die rechtsextreme AfD legt weiter zu und gewinnt eine Landtagswahl in Deutschland.“ Und weiter: „‚Das zeigt uns, dass nach wie vor eine gewisse Unsicherheit darüber herrscht, welchen Kurs das Land einschlagen soll‘, erklärte Anthony Steinhoff, Geschichtsprofessor an der Université du Québec à Montréal (UQAM) und Deutschlandexperte. Seiner Ansicht nach spiegeln die Wahlergebnisse vor allem die Unzufriedenheit mit den Parteien wider, die in den vergangenen Jahren Regierungsverantwortung getragen haben, ohne dass sich bislang ein Konsens über den künftigen Kurs des Landes abzeichnet.“
Frankreich
„Le Figaro“: „In Deutschland feiert die extreme Rechte ihren Sieg im Nordosten“
„TV5Monde“: „Die ersten sechzehn Monate von Friedrich Merz als Bundeskanzler waren von langsamen Entscheidungsprozessen geprägt, nicht zuletzt wegen wiederholter Auseinandersetzungen zwischen Konservativen und Sozialdemokraten. Dadurch entstand der Eindruck, dass er seine fragile Regierungsmehrheit nicht im Griff hatte. Der Bundeskanzler, dessen Unbeliebtheit ein historisch hohes Niveau erreicht hat, war bereits durch den politischen Paukenschlag vom 6. September 2026 geschwächt worden, als die migrationskritische und russlandfreundliche Alternative für Deutschland (AfD) der CDU eine schwere Wahlniederlage zufügte.“
„Libération“: „Merz gerät ins Taumeln“. Und weiter: „Die stärkere Präsenz der Rechtsextremen in den Regionalparlamenten und im Bundestag wird die Formierung von stabilen Regierungen immer schwieriger werden lassen. Die heilige Regel der ‚Brandmauer‘ der demokratischen Parteien, die jegliche Allianz mit der AfD verbietet, könnte rasch infrage gestellt werden. Wenn der „Deich“ brechen sollte, würde dies zu einer Spaltung der Konservativen führen und dürfte eine Phase der politischen Instabilität in Deutschland einleiten. [...]
Kann (Bundeskanzler Friedrich) Merz nach dem Erdbeben in Sachsen-Anhalt am 6. September das Nachbeben dieses Wochenendes überleben? Die Konservativen haben also das Berliner Rathaus verloren und setzen ihren Untergang in ‚MeckPomm‘ mit nur 5 Prozent und damit dem schlechtesten Ergebnis der bürgerlichen Rechten seit 1951 fort. Ein ‚Desaster‘ laut Merz selbst, der kurz das Wort ergriffen hat. Er will von einem Rücktritt nichts hören und sieht vor, seine Reformen durchzusetzen, die genauso unbeliebt sind wie er. [...] Dabei glaubt niemand, dass er sich bis zum Ende seiner Amtszeit halten kann.
Am Ende könnte Merz von mangelndem Verlangen nach dem Job gerettet werden. Man drängelt sich nicht, um seine ‚Reformen des Sozialstaats‘ durchzusetzen. Kanzler Deutschlands zu sein kommt derzeit einem angekündigten Selbstmord gleich. Das erklärt, warum die als Kandidaten gehandelten Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Bayern, Hendrik Wüst und Markus Söder, nicht so recht Lust haben, ihre Gebiete zu verlassen, um ‚Deutschland zu retten‘.“
Spanien
„El País“: „Die extreme Rechte legt bei den deutschen Landtagswahlen stark zu und verschärft die Krise der CDU.“ Und weiter: „Bundeskanzler Merz räumt das ‚Desaster‘ in Mecklenburg-Vorpommern ein: Dort gewinnt die AfD, während seine Partei erstmals ohne parlamentarische Vertretung bleibt. Die postkommunistische Linke siegt in Berlin. […] Das Wahlergebnis in diesen beiden Ländern verschärft die Legitimationskrise von Merz.“
Belgien
„De Tijd“: „Nach dem Erfolg der rechtsextremen AfD bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und der linksradikalen Partei Die Linke in Berlin steht der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz schwächer denn je da. Das ist nicht nur eine schlechte Nachricht für seine Reformagenda im eigenen Land, sondern auch für Europa. (...) Für Merz wird es angesichts seiner geschwächten Position noch schwieriger, eine Führungsrolle in Europa zu übernehmen. Dabei müsste der Bundeskanzler aufgrund des großen Gewichts, das Deutschland in der EU hat, dort eigentlich die Richtung vorgeben.
Und es gibt genug zu tun: Europa muss seinen Binnenmarkt vollenden, seine Industrie in einer immer schwieriger werdenden Welt schützen, die Ukraine weiterhin unterstützen, sich gegen ein zunehmend feindseliges China wappnen und eine klare Haltung gegenüber dem unberechenbaren US-Präsidenten Donald Trump einnehmen. Merz versprach europäische Führungsstärke, erwies sich jedoch vor allem als unentschlossen. Dadurch ist ein Machtvakuum entstanden, das Europa zeitweise ratlos erscheinen lässt. Das schürt nicht nur die politische Unzufriedenheit in Deutschland, sondern auch in vielen anderen europäischen Ländern, darunter Belgien. Nach dem vergangenen Wochenende droht sich diese Situation nur noch weiter zu verschlimmern. Die Schwäche von Merz ist somit die Schwäche Europas. Und auch unsere eigene.“
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke