Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wird zu einem echten Wahlkrimi zwischen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und AfD‑Spitzenkandidat Leif-Erik Holm.

Nach der ARD-Hochrechnung von 22:13 Uhr liegt die SPD bei 35,4 Prozent (Landtagswahl 2021: 39,6 Prozent). Die AfD kann ihr Ergebnis von der letzten Landtagswahl mehr als verdoppeln und erreicht 38,3 Prozent. Die CDU mit Spitzenkandidat Daniel Peters verliert massiv und erreicht nur noch 4,9 Prozent (2021: 13,3 Prozent).

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Laut ZDF-Hochrechnung von 22:21 Uhr kommt die SPD auf 35,5 Prozent der Stimmen, die AfD auf 38,1 Prozent. Die CDU landet bei 4,9 Prozent. Es ist das historisch schlechteste Ergebnis, das die Christdemokraten in dem Land eingefahren haben.

Bei der Auszählung des Landeswahlleiters – die sich nicht in den Hochrechnungen niederschlägt – liegt die CDU bei den Zweitstimmen aktuell sogar nur bei 4,8 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern entscheiden ausschließlich die Zweitstimmen darüber, ob eine Partei die 5-Prozent-Hürde nimmt und in Fraktionsstärke in den Landtag einzieht.

Alle Ergebnisse im Überblick

AfD-Spitzenkandidat Holm sieht den Regierungsauftrag bei seiner Partei. Die AfD habe ein „starkes Ergebnis errungen“ und ihren Wert „mehr als verdoppelt“, sagte Holm am Sonntag auf der AfD-Wahlparty in Schwerin. „Wir haben hier den Regierungsauftrag“, sagte Holm. „Wir werden natürlich alle Parteien einladen.“ Er erwarte von den anderen Parteien „Gesprächsbereitschaft“.

AfD-Chef Tino Chrupalla bezeichnete das Wahlergebnis als „sensationell“. „Wir führen Gespräche mit allen. Wir haben keine Brandmauern eingezogen“, ergänzte Weidel im ZDF.

Ministerpräsidentin Schwesig zog trotz der Verluste ihrer Partei ein positives Fazit. Vor einem Jahr habe die SPD in den Umfragen nur bei 19 Prozent gelegen, danach habe sie aber den Kampf aufgenommen. „Was für eine Aufholjagd“, sagte sie. Sie habe von Anfang an geglaubt, dass eine solche Aufholjagd möglich sei und dass die SPD der AfD etwas entgegensetzen könne. Mit Inhalt, mit Personen und mit Klarheit sei dies gelungen. „Das ist eine Teamleistung.“

Sie sagte weiter, sie „stehe bereit für eine stabile demokratische Regierung“. Zum Angebot von Holm, die AfD wolle mit allen Parteien sprechen, sagte sie, da müsse er sehen, „wie weit er kommt“. Trotzdem müssten sich „alle Parteien damit auseinandersetzen, alle Demokraten, warum die AfD so große Ergebnisse einfahren kann“.

In einem überraschenden Statement wenige Minuten nach 18 Uhr (Schließung der Wahllokale) sagte Bundeskanzler Friedrich Merz, dass er trotz des „desaströsen“ Ergebnisses in Mecklenburg-Vorpommern im Amt bleiben und den eingeschlagenen Reformkurs fortsetzen will. „Ich möchte unser Land voranbringen“, sagte der CDU-Vorsitzende in Berlin. „Die Reformen müssen kommen.“

Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Landeschef Daniel Peters sagte im NDR: „Ich finde, der Kanzler hat an der Stelle recht, dass wir ganz, ganz dringend sogar in Deutschland und auch in Mecklenburg-Vorpommern Reformen brauchen.“

Peters bezeichnete das Abschneiden seiner Partei als „krachende Niederlage“. Die Union stürzte nach Hochrechnungen auf 5,2 Prozent ab, ihr schlechtestes Ergebnis der Nachkriegsgeschichte in einem Land, im Bund und in Europa.

Den Hochrechnungen zufolge kann je nach Einzug kleinerer Parteien die AfD mit 28 bis 30 Mandaten im neuen Landtag rechnen, während auf die SPD 26 bis 28 Sitze entfallen. Die Linke kommt auf fünf Mandate vor CDU, Grünen und BSW mit je vier Sitzen. Die absolute Mehrheit liegt bei 36 Mandaten.

Die Koalitionsoptionen waren damit noch weitgehend unklar - eine Regierungskoalition mit der AfD schließen die übrigen Parteien aus. Die Wahlbeteiligung lag laut ZDF bei 75,5 Prozent - nach 70,8 Prozent im Jahr 2021.

Die Wahlbeteiligung steigt mit 79,0 Prozent auf einen neuen Höchstwert. 2021 lag sie noch bei 70,8 Prozent.

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