Knapp neun Jahre nach dem Autobomben-Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia in Malta ist der Geschäftsmann Yorgen Fenech von dem Vorwurf freigesprochen worden, Drahtzieher der Tat gewesen zu sein. Eine Jury sprach den 44 Jahre alten Unternehmer in Valletta sowohl vom Vorwurf der Beihilfe zum Mord als auch der kriminellen Verschwörung frei.

Damit hat der wohl spektakulärste Mordfall in der Geschichte des kleinen EU-Staates eine unerwartete Wende genommen. Caruana Galizia war am 16. Oktober 2017 in ihrem Auto in der Nähe ihres Hauses in die Luft gesprengt worden. Die 53-Jährige galt als eine der bekanntesten investigativen Reporterinnen des Landes. Sie hatte über Korruption in Politik und Wirtschaft in ihrem Land recherchiert. Fenech hatte gute Kontakte zur damaligen Regierung von Premierminister Joseph Muscat, der 2020 infolge des Mordfalls und von Korruptionsvorwürfen zurücktrat.

Der Freispruch beendet einen der längsten Mordprozesse in der Geschichte Maltas. Drei Auftragsmörder bekannten sich bereits vor einigen Jahren schuldig und verbüßen inzwischen Haftstrafen zwischen 15 und 40 Jahren. Zwei weitere Männer, die wegen der Lieferung der Bombe für den Anschlag verurteilt wurden, erhielten lebenslange Haftstrafen. Wer hinter dem Anschlag auf Caruana Galizia steht, bleibt damit weiter ungeklärt.

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