Finanzminister Lars Klingbeil sitzt wegen eines Schadens an seinem Regierungsflieger in den USA fest. Ein technisches Problem verhindere den Start der Maschine, hieß es aus der Delegation.
Der Vizekanzler muss die Nacht im Hotel verbringen. Damit wird Klingbeil auch die heutige Kabinettsitzung in Berlin verpassen, bei der sein Steuergesetz auf den Weg gebracht werden soll. Details zum Schaden an der Maschine der Flugbereitschaft der Bundeswehr wurden zunächst nicht bekannt. Die „Bild“ berichtet, dass aktuell geprüft werde, ob die Maschine repariert werden kann oder ob der Finanzminister am Mittwoch per Linie zurückfliegen muss.
Klingbeil hatte am Treffen der G-20-Finanzminister in Asheville im Bundesstaat North Carolina teilgenommen. Im Anschluss besuchte er ein BMW-Werk in Spartanburg in South Carolina. Die USA haben in diesem Jahr den Vorsitz der G20-Gruppe inne und hatten den russischen Finanzminister Anton Siluanow ohne Absprache mit den Partnern zu dem Treffen in Asheville eingeladen. Klingbeil nannte dies „irritierend“.
Das Bundeskabinett soll am Mittwoch die von Klingbeil geplante Einkommensteuerreform auf den Weg bringen. Vorgesehen sind laut Angaben aus dem Finanzressort Entlastungen vorwiegend für Menschen mit kleineren und mittleren Einkommen sowie für Familien im Umfang von rund zehn Milliarden Euro. Zur Gegenfinanzierung soll laut dem Gesetzentwurf von Klingbeil vor allem eine Erhöhung der Reichensteuer beitragen. Der Finanzminister wird laut „Bild“ nun bei der wichtigen Sitzung von einem Staatssekretär vertreten.
Es ist nicht die erste Panne eines deutschen Spitzenpolitikers mit einem Regierungsflieger. Die Pazifik-Reise von Annalena Baerbock im August 2023 wurde zum spektakulärsten Fall der jüngeren Pannengeschichte. Der Airbus A340 „Konrad Adenauer“ musste nach dem Start in Abu Dhabi wegen Problemen mit den Landeklappen gleich zweimal umkehren. Die damalige Außenministerin brach die gesamte Reise schließlich ab und flog mit einer Linienmaschine nach Deutschland zurück.
Auch Baerbocks Parteikollege Robert Habeck war schon von einer Fliegerpanne betroffen. Der damalige Vizekanzler und Wirtschaftsminister strandete 2024 nach dem Web Summit in Lissabon. Ein technischer Defekt am Zündkreis eines Triebwerks verhinderte den Start des neuen Airbus A350 „Kurt Schumacher“. Habeck verpasste dadurch unter anderem die Regierungserklärung von Kanzler Olaf Scholz im Bundestag.
Auch Außenminister Johann Wadephul (CDU) musste im November 2025 eine Reise zum EU-Lateinamerika-Gipfel in Kolumbien kurzfristig umplanen. An seinem Regierungsflieger war die Vereisungsschutzanlage defekt. Wadephul flog anschließend mit einer Linienmaschine weiter.
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