Russland droht mit einer „vernichtenden“ Reaktion auf feindselige Handlungen in der Ostseeregion. Bei einer weiteren Eskalation der militärpolitischen Lage werde die Antwort an die Urheber „leichtsinniger antirussischer Aktionen“ entschlossen ausfallen, sagt die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa. „Und sie müssen wissen: Diese wird für sie vernichtend sein.“

Der deutsche Marineinspekteur Jan Christian Kaack hatte bereits vergangene Woche erklärt, dass Russland eine konstant hohe Bedrohung in der Ostsee ausübe. Die Marine des Landes sei „aggressiv auf See, durch das Ausspähen von Stützpunkten und Einheiten, durch Einschüchterungs- und Sabotageversuche, Drohnenüberflüge sowie den Einsatz der Schattenflotte in der Ostsee“, sagte der Vizeadmiral in Berlin.

Er machte deutlich, dass Russland die Schiffe dieser sogenannten Schattenflotte inzwischen auch mit Waffen schützt, entweder durch Marineschiffe oder auch durch Wachteams an Bord.

„Alle Scheinwerfer auf die Schattenflotte“

Das gemeinsame Vorgehen gegen die Schattenflotte wird auch bei den Beratungen der EU-Verteidigungsminister im irischen Wicklow ein zentrales Thema sein. „Alle Scheinwerfer auf die Schattenflotte“ sagte der Parlamentarische Staatssekretär Sebastian Hartmann (SPD), der Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) vertritt, am Dienstag in Irland. Die europäisch koordinierte Sanktionierung der Flotte zeige bereits Wirkung.

Eine Schattenflotte sei „nicht hinnehmbar, wenn es darum geht, dass durch solche Maßnahmen dieser illegale völkerrechtswidrige Angriffskrieg finanziert wird“, sagte Hartmann. „Die Koordination, wie wir sie heute zum Beispiel diskutieren, was die russische Schattenflotte angeht, ist ein ganz zentraler Punkt“, sagte Hartmann und hob dabei das geschlossene Vorgehen der EU-Mitgliedstaaten hervor: „Die Europäische Union handelt gemeinsam, wenn wir da auch Sanktionen durchsetzen wollen.“

Der Schattenflotte werden Tanker und Frachtschiffe zugerechnet, die Russland zum Vermeiden von Sanktionen etwa beim Öltransport einsetzt. Moskau versucht damit, einen westlichen Preisdeckel für russische Ölexporte in Drittstaaten zu umgehen. Die Schiffe fahren unter anderer Flagge, schalten nach westlichen Angaben ihr automatisches Schiffsidentifizierungssystem aus oder pumpen die Ladung auf See auf einen anderen Tanker, verschleiern also die Herkunft.

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