Russland hat Großbritannien ⁠und Frankreich wegen der geplanten Weitergabe sensibler Raketentechnologie an die Ukraine vor „Konsequenzen, die völlig unvorhersehbar sein könnten“, gewarnt. ⁠Die beiden europäischen Staaten spielten „mit dem Feuer“, ‌sagte die ​Sprecherin des russischen Außenministeriums, ‌Maria Sacharowa, am Donnerstag.

​Sie drohte Großbritannien mit Angriffen auf britische Militärziele, sollten ukrainische ​Streitkräfte russisches Staatsgebiet mit britischen Raketen beschießen. Dies könne Ziele innerhalb ​und außerhalb der Ukraine betreffen. Sacharowa forderte Großbritannien auf, ‌von seiner feindseligen Haltung im Ukraine-Konflikt abzurücken. Andernfalls drohe die Auseinandersetzung eine völlig neue Stufe zu erreichen.

Großbritannien und Frankreich hatten der Ukraine am Montag eine stärkere militärische Unterstützung ⁠zugesagt. Bei einem Treffen anlässlich der ukrainischen Unabhängigkeitsfeiern vereinbarten sie unter ‌anderem den Zugang zu vertraulicher Technologie und schnellere Lieferungen ‌von Luftabwehrraketen.

Großbritannien will der Ukraine den ‌Zugriff auf ⁠geheime Technologie ⁠ermöglichen, damit das Land eigene Storm-Shadow-Marschflugkörper herstellen ‌kann. Diese Waffen ​sind in der Lage, Ziele tief in Russland zu ​treffen. ​Frankreich stimmte der Lizenzierung der Technologie für die Raketen zu.

Bereits Anfang vergangener Woche hatte Russland Drohungen in Richtung London ausgesprochen. Nach einem Bericht über den Einsatz britischer Drohnen bei ukrainischen Angriffen in Russland warnte Moskau die Regierung in London vor „Konsequenzen“. Das Vereinigte Königreich werde sich für die militärische Zusammenarbeit mit der Ukraine „verantworten“ und einen „Preis“ zahlen müssen, erklärte die russische Botschaft in London.

Am Wochenende wurde bekannt, dass Russland seinen Botschafter aus London abgezogen. Andrei Kelin habe „seine diplomatische Mission beendet“, teilte die Botschaft mit. Die „Sunday Times“ berichtete, Kelin, der seit sieben Jahren Botschafter in London war, habe Großbritannien bereits am 21. Juli verlassen.

Am Dienstag war CIA-Direktor John Ratcliffe zu einem Besuch in Moskau eingetroffen. Berichten zufolge soll er dabei vor Angriffen auf NATO-Staaten gewarnt haben.

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