Nachdem Felix Banaszak Opfer eines verbalen Angriffs bei einer Wahlkampfveranstaltung in Wernigerode geworden ist, äußerte sich der Grünen-Chef im Polittalk „Pinar Atalay“. „Das hört sich jetzt mehr nach Heldengeschichte an, als es war. Um mich muss sich niemand Sorgen machen“, sagte er. Die Situation sei aber durchaus angespannt gewesen. „Der Mann hat auch einmal ausgeholt, und es hätte auch schiefgehen können“, erzählte der Grünen-Chef.
Auf der Wahlkampfveranstaltung ging ein Mann auf den Politiker los und rief: „Wir werden euch auch ausbeuten, bis zum Letzten, das kannst du mir glauben! Und dein Name, der steht in meinem Kopf drin.“ Banaszak sagte daraufhin, er verstehe nicht, warum der Mann so aggressiv sei. Dieser antwortet daraufhin: „Weil du so dumm bist!“ Ein Video des Vorfalls verbreitete sich schnell im Internet.
Bei „Pinar Atalay“ sagte Banaszak, er habe sich bewusst für einen Wahlkampf entschieden, bei dem er die direkte Begegnung mit den Menschen suche, statt „von der großen Bühne in Distanz zu den Leuten herunterzureden“. In Sachsen-Anhalt, wo 40 bis 45 Prozent der Menschen in Erwägung zögen, „eine verfassungsfeindliche Partei zu wählen“, könnten solche direkten Begegnungen allerdings auch konfrontativer werden, sagte Banaszak. Dennoch: „Ich bin in einer unfassbar privilegierten Situation: Ich bin an dem Abend da, und wenn es mir da nicht gefällt, dann kann ich gehen. Andere nicht. Die leben da.“
„Das ist Grusel-Porno“, sagt Banaszak über „Spiegel“-Cover mit AfD-Politiker Ulrich
In der Sendung kam ebenfalls Kritik am „Spiegel“ hoch, der sein Titelthema über den AfD‑Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund mit den Worten „Der gefährlichste Mann Deutschlands“ betitelte. „Das ist Grusel-Porno. Das holt niemanden ab“, sagte Banaszak dazu bei „Pinar Atalay“. Er wolle nicht die Gefahr verharmlosen, die von einer verfassungsfeindlichen Partei ausgehe, doch hinter Siegmund stünden viele Leute, wie jener AfDler, „der mit einem Baseballschläger auf einen 14-Jährigen losgegangen ist, der Wahlplakate abgerissen hat“. Ich möchte nicht, dass Sachsen-Anhalt von solchen Menschen regiert wird.“
Ein AfD-Sieg bei der Landtagswahl am 6. September sei „eine reale Gefahr“, aber „die ist eindämmbar“, sagte Banaszak. Gelinge dies jedoch nicht, würde dies „irreversible Folgen“ haben, warnte er weiter.
Um eine absolute AfD-Mehrheit zu verhindern, sei es wichtig, dass SPD und Grüne in den Landtag in Magdeburg einziehen, sagte der Parteichef. Würden beide jedoch an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, dann „kann das passieren“. Derzeit liegt in Umfragen die SPD in Sachsen-Anhalt bei sieben Prozent, die Grünen bei fünf Prozent. Könnte die AfD in dem Land allein regieren, würden Institutionen wie Schulen, Kitas, Polizei und Justiz „in die Verantwortung von Verfassungsfeinden“ kommen, warnte der Grünen-Vorsitzende.
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