Rückschlag für Neubürger am Persischen Golf: In Kuwait dürfen eingebürgerte Bewohner künftig nicht mehr wählen. Emir Meschal al-Ahmed Al-Dschaber Al-Sabah unterzeichnete am Sonntag laut einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Kuna ein Dekret, das eingebürgerten Kuwaitern das Wahlrecht entzieht. Zudem können sie wie schon bisher weder bei Wahlen antreten noch mit Parlamentsposten betraut werden.
Bislang konnten eingebürgerte Kuwaiter 30 Jahre nach Erwerb der Staatsbürgerschaft ihre Stimme bei Wahlen abgeben.
Seit 2024 haben die Behörden des Golfstaats zehntausenden Menschen die Staatsbürgerschaft aberkannt. Von den Behörden wurde dies als Teil einer Reformagenda des Emirs dargestellt. Dieser hatte fünf Monate nach seinem Antritt im Dezember 2023 bereits das Parlament aufgelöst und Teile der Verfassung außer Kraft gesetzt. Frauen können seither nicht mehr durch Heirat die Staatsbürgerschaft erwerben. Allen Frauen, die seit 1987 per Eheschließung zu Kuwaiterinnen geworden waren, wurde die Staatsbürgerschaft aberkannt.
Kuwait hat etwa fünf Millionen Einwohner (Stand 2026). Etwa 30 Prozent davon sind einheimische Staatsbürger, dazu kommen ausländische Arbeitskräfte und deren Familien.
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