Die Chefin des Thüringer BSW-Landesverbandes, Katja Wolf, geht auf maximale Distanz zur Bundesspitze ihrer Partei und kritisiert deren Gründerin Sahra Wagenknecht scharf. „Mit der Annäherung an die AfD hat Sahra Wagenknecht eine Grenze überschritten. Sie geht ja nicht nur inhaltlich auf die extreme Rechte zu, sondern bietet sich ihnen als Machtoption an“, sagt die stellvertretende Ministerpräsidentin des Freistaats in einem Interview mit der Wochenzeitung „Zeit“.
Wolf fügt hinzu: „Ich warne davor, dass meine Partei einer AfD leichtfertig zur Macht verhilft. Für das BSW kann es keine Verbrüderung mit der AfD geben.“ Die rechtspopulistische Partei sei „hochgefährlich“, sie mache „keine Politik für die kleinen Leute“, sondern agiere „rassistisch und frauenfeindlich“.
Damit reagiert die 50-jährige Politikerin auf die Pläne in ihrer Partei, den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund bei einer möglichen Wahl im dritten Wahlgang durch Enthaltung nicht daran zu hindern, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt zu werden.
Auch den Forderungen von Wagenknecht nach Einsetzung einer Expertenregierung in Thüringen erteilte Wolf eine klare Absage. Das sei „undemokratisch“, sagt Wolf, und könne „nicht der richtige Weg für Thüringen sein“.
Wolf plant, trotz Plagiatsvorwürfen an der Koalition mit der CDU von Ministerpräsident Mario Voigt und der SPD in Thüringen festzuhalten. „Das Gutachten, das Voigt vorwirft, in seiner Dissertation plagiiert zu haben, wurde von der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag bezahlt und ist Teil einer Kampagne“, sagt Wolf.
Kritik an Wolfs Aussagen erfolgte aus dem BSW-Landesverband Niedersachsen. „Sahra Wagenknecht hat 2024 verhindert, dass die AfD in Thüringen die absolute Mehrheit erreicht“, schrieb dessen Co-Vorsitzender Holger Onken auf der Plattform X. „Jetzt arbeitet Katja Wolf daran, dass Alice Weidel Kanzlerin wird, damit Katja Wolf und Steffen Schütz ihren Ministerposten behalten können.“
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