Bundeskanzler Friedrich Merz verliert einer neuen Umfrage zufolge weiter Rückhalt in der Bevölkerung. Im neuen ZDF-„Politbarometer“ kommt der CDU-Vorsitzende bei der Frage „Was halten Sie von?“ auf einer Skala von +5 bis -5 auf einen Wert von minus 1,9 – laut ZDF ein persönlicher Negativrekord für Merz. Ende Juli war der Kanzler bei der von der Forschungsgruppe Wahlen durchgeführten Befragung noch mit minus 1,5 bewertet worden.

Die Liste führt weiter Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit einem positiven Wert von 1,3 an. SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil befindet sich mit unverändert minus 0,6 im Negativbereich. Schlusslicht der Top-Ten-Liste ist AfD-Chefin Alice Weidel mit minus 2,5.

Top Ten nach Sympathie und Leistung:

  • Boris Pistorius: 1,3 (zuvor 1,5)
  • Cem Özdemir: 0,9 (unverändert)
  • Johann Wadephul: 0,1 (unverändert)
  • Alexander Dobrindt: −0,4 (neu)
  • Lars Klingbeil: −0,6 (unverändert)
  • Markus Söder: −0,6 (unverändert)
  • Bärbel Bas: −0,8 (unverändert)
  • Heidi Reichinnek: −0,8 (unverändert)
  • Friedrich Merz: −1,9 (zuvor −1,5)
  • Alice Weidel: −2,5 (zuvor −2,4)

Laut Umfrage gibt es große Zweifel an dem Rückhalt von Friedrich Merz in den eigenen Reihen. 80 Prozent der Befragten, darunter 67 Prozent der Unionsanhänger meinen, dass die CDU nicht voll hinter ihrem Parteivorsitzenden steht.

Aber auch bei den SPD-Parteichefs sind die Befragten skeptisch. Für 53 beziehungsweise 52 Prozent haben Lars Klingbeil (ja: 28 Prozent) und Bärbel Bas (ja: 22 Prozent) nicht die uneingeschränkte Unterstützung der SPD. Unter den SPD-Anhängern sind ebenfalls jeweils Mehrheiten davon überzeugt, dass ihre Partei nicht voll hinter Klingbeil (57 Prozent) und Bas (52 Prozent) steht.

Keine Mehrheit für die Koalition

In der Sonntagsfrage liegt die AfD mit 27 Prozent weiter deutlich vor der Union mit 22 Prozent. Beide verlieren jeweils einen Prozentpunkt im Vergleich zur Umfrage Ende Juli.

Die SPD bleibt bei 12 Prozent, die Grünen legen einen Prozentpunkt auf 14 Prozent zu. Die Linke würde unverändert 12 Prozent erhalten, wenn schon am Sonntag Bundestagswahl wäre. Die FDP käme weiter auf 4 Prozent. Die aktuelle schwarz-rote Koalition hätte demnach weiter keine Mehrheit.

Die Umfragewerte im Überblick:

  • AfD: 27 Prozent (minus ein Prozentpunkt)
  • CDU/CSU: 22 Prozent (minus ein Prozentpunkt)
  • Grüne: 14 Prozent (plus ein Prozentpunkt)
  • SPD: 12 Prozent (unverändert)
  • Linke: 12 Prozent (unverändert)
  • FDP: 4 Prozent (unverändert)
  • Sonstige: 9 Prozent (plus ein Prozentpunkt)

Mehrheit befürwortet „Brandmauer“ der CDU

Gefragt nach den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern lehnt eine klare Mehrheit der Deutschen eine AfD-geführte Landesregierung in einem der ostdeutschen Bundesländer ab. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten würden es schlecht finden, wenn die AfD nach den Wahlen einen Ministerpräsidenten in Ostdeutschland stellen würde.

Im Westen der Bundesrepublik lag die Ablehnung dieser Möglichkeit bei 66 Prozent, im Osten bei nur 53 Prozent. Bundesweit 23 Prozent fänden einen AfD-Ministerpräsidenten dagegen gut, 11 Prozent wäre es egal.

Eine Mehrheit der Befragten (60 Prozent) rechnet dem „Politbarometer“ zufolge zudem damit, dass es in dem jeweiligen Land zu einer schlechteren Politik führen würde, wenn die AfD dort regieren würde. 17 Prozent erwarten demnach eine bessere Politik, ebenfalls 17 Prozent keinen großen Unterschied.

Die CDU lehnt eine politische Zusammenarbeit mit der AfD bislang ebenso grundsätzlich ab wie mit der Linken. Diese Haltung gegenüber der AfD halten 61 Prozent der Befragten für richtig und 37 Prozent für nicht richtig. Anders sieht es mit Blick auf die Linke aus: Hier befürworten nur 34 Prozent die Abgrenzung der CDU, während sie 62 Prozent für nicht richtig halten.

In Sachsen-Anhalt wird am 6. September gewählt, zwei Wochen später folgen die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern sowie die Abgeordnetenhauswahl in Berlin.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte für das ZDF-„Politbarometer“ vom 17. bis 19. August 1319 Wahlberechtigte - telefonisch und online erhoben. Als statistische Fehlertoleranz werden bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/-zwei Prozentpunkte angegeben. Die Daten sind nach Angaben des Instituts repräsentativ.

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