Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat Äußerungen eines israelischen Ministers über gezielte Tötungen von Palästinensern scharf kritisiert. Das Verhalten des Polizeiministers Itamar Ben-Gvir sei „zutiefst beschämend und verantwortungslos“, sagte Schuster in Berlin. Es zeige die Gefahr, die von rechtsradikalen Kräften ausgehe.
Ben-Gvir hatte unter anderem gesagt: „Ich denke, dass man gezielte Tötungen in Gaza ausführen sollte, jede Nacht 30, 40 (Menschen) entfernen.“ Er beziehe sich dabei nicht nur auf militante Palästinenser, die eine unmittelbare Gefahr darstellten, fügte er hinzu. Es gebe im Gazastreifen vielmehr Menschen, die es nicht verdient hätten zu leben.
Schuster sagte, dies seien menschenverachtende Aussagen. Sie stünden „diametral zu jüdischen Werten und schaden Israels Ansehen. Ich distanziere mich ausdrücklich von Itamar Ben-Gvir.“
„Nicht einmal Menschen“
Unmittelbar vor neuen Vermittlungsgesprächen für eine Beendigung der Konflikte in der Region hatte der rechtsextreme Minister Ben-Gvir in einem Podcast-Gespräch mit Rom Braslavski, einer Ex-Geisel der Hamas, die kollektiven Tötungen ins Gespräch gebracht.
Itamar Ben-Gvir, Minister für nationale Sicherheit von IsraelBen-Gvir sagte, es gebe im Gazastreifen Menschen, die es nicht verdienten zu leben und die „nicht einmal Menschen“ seien. Weiter warb er für einen Bevölkerungsaustausch in dem Küstenstreifen. Laut der Zeitung „Jerusalem Post“ sprach er von dem Plan, innerhalb von zehn Jahren eine Million jüdischer Einwanderer aus Nordamerika und Europa nach Israel und in die besetzten Gebiete zu holen.
Ähnlich forderte Finanzminister Bezalel Smotrich die vollständige Eroberung des Gazastreifens. Es gebe „keine andere Lösung“, sagte er am Sonntag vor jüdischen Religionsstudenten in Sderot. Israel müsse eine Militärregierung errichten, Siedlungen bauen und die Auswanderung von Palästinensern fördern.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke