Russland greift die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut mit ballistischen Raketen an. Es gebe Explosionen in der Stadt, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko in der Nacht auf der Plattform Telegram. Kiew werde mit „ballistischen Raketen“ angegriffen. Er forderte die Einwohner der Millionenstadt auf, in ihren Schutzräumen zu bleiben. In zwei Stadtbezirken gebe es Brände, die Feuerwehr sei vor Ort. Herabfallende Trümmer hätten zudem mehrere Autos in Brand gesetzt.
Die ukrainische Luftwaffe berichtete auf Telegram zudem von Angriffen mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen auf andere Landesteile, unter anderem auf die Industriestädte Krementschuk und Krywyj Rih. Nach Behördenangaben wurde hier eine Frau getötet. Mindestens sieben weitere Menschen wurden bei den russischen Angriffen zudem verletzt.
Weil es den ukrainischen Streitkräften nach viereinhalb Jahren Krieg an Munition zur Raketenabwehr mangelt, hat Russland seine Angriffe mit ballistischen Raketen auf Kiew und andere Städte zuletzt verstärkt.
Als effektivste Abwehr gegen ballistische Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwierig abzufangen sind, gelten die von den USA produzierten Patriot-Systeme. Die ukrainische Armee hat mehrere davon, aber nicht genügend Abfangraketen, um sie effektiv einzusetzen.
Die Ukraine hat ihrerseits die Region der russischen Hauptstadt nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin in der Nacht mit rund 600 Drohnen angegriffen. Davon seien 201 in der Region Moskau von der Luftabwehr zerstört worden, schrieb Sobjanin auf der Plattform Telegram. Die meisten Drohnen seien bereits vorher beim Anflug auf die Region abgewehrt worden, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Tass den Bürgermeister.
Der ukrainische Angriff auf Moskau schien eine der größten bisherigen Angriffswellen Kiews zu sein. Ende Juli etwa berichteten russische Behörden von 390 Drohnen in einer Nacht, Anfang Juli waren es 452 gewesen. Bürgermeister Sobjanin sprach nun von drei Verletzten. Er machte keine Angaben zu möglichen Schäden. Der ukrainischen Nachrichtenseite „Kyiv Independent“ zufolge trafen die Angriffe in der Region Moskau unter anderem Industrieeinrichtungen sowie ein Lager des russischen Online-Händlers Wildberries. Die Ukraine hatte dessen Einrichtungen zuletzt auch in anderen russischen Landesteilen angegriffen.
Unterdessen hat ein spanischer F-18-Kampfjet im Rahmen einer Nato-Mission eine Drohne über Rumänien abgeschossen. Die Drohne habe den nationalen Luftraum illegal verletzt, teilte das rumänische Verteidigungsministerium mit. Die Radare hätten die Drohne geortet, als sie aus dem benachbarten Moldau in den rumänischen Luftraum eindrang. Es sei bereits die vierte in diesem Jahr abgeschossene Drohne. Zur Herkunft machte das Ministerium keine Angaben. Die Trümmer seien in einem unbewohnten Gebiet niedergegangen.
Das Nato-Mitglied Rumänien hat eine über 600 Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. In den vergangenen vier Jahren wurde der rumänische Luftraum wiederholt von russischen Drohnen verletzt. Im Juli schossen rumänische F-16-Kampfjets erstmals drei russische Drohnen ab. Im Zuge eines Angriffs auf die benachbarte Ukraine war zuvor in diesem Jahr eine russische Drohne in einen Wohnblock in der Stadt Galati gestürzt und hatte zwei Menschen verletzt.
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