Russland greift die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut mit ballistischen Raketen an. Es gebe Explosionen in der Stadt, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko in der Nacht auf der Plattform Telegram. Kiew werde mit „ballistischen Raketen“ angegriffen. Er forderte die Einwohner der Millionenstadt auf, in ihren Schutzräumen zu bleiben. In zwei Stadtbezirken gebe es Brände, die Feuerwehr sei vor Ort. Herabfallende Trümmer hätten zudem mehrere Autos in Brand gesetzt. Nach Angaben der Militärverwaltung wurde eine Person verletzt.
Die ukrainische Luftwaffe berichtete auf Telegram zudem von Angriffen mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen auf andere Landesteile, unter anderem auf die Industriestädte Krementschuk und Krywyj Rih.
Weil es den ukrainischen Streitkräften nach viereinhalb Jahren Krieg an Munition zur Raketenabwehr mangelt, hat Russland seine Angriffe mit ballistischen Raketen auf Kiew und andere Städte zuletzt verstärkt.
Als effektivste Abwehr gegen ballistische Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwierig abzufangen sind, gelten die von den USA produzierten Patriot-Systeme. Die ukrainische Armee hat mehrere davon, aber nicht genügend Abfangraketen, um sie effektiv einzusetzen.
Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin schrieb in der Nacht bei Telegram, die Luftabwehr der Hauptstadtregion habe mehr als 50 Drohnen abgewehrt. Einsatzkräfte seien an den Absturzstellen der Trümmer im Einsatz. Sobjanin machte zunächst keine Angaben zu möglichen Schäden oder Verletzten.
Unterdessen hat ein spanischer F-18-Kampfjet im Rahmen einer Nato-Mission eine Drohne über Rumänien abgeschossen. Die Drohne habe den nationalen Luftraum illegal verletzt, teilte das rumänische Verteidigungsministerium mit. Die Radare hätten die Drohne geortet, als sie aus dem benachbarten Moldau in den rumänischen Luftraum eindrang. Es sei bereits die vierte in diesem Jahr abgeschossene Drohne. Zur Herkunft machte das Ministerium keine Angaben. Die Trümmer seien in einem unbewohnten Gebiet niedergegangen.
Das Nato-Mitglied Rumänien hat eine über 600 Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. In den vergangenen vier Jahren wurde der rumänische Luftraum wiederholt von russischen Drohnen verletzt. Im Juli schossen rumänische F-16-Kampfjets erstmals drei russische Drohnen ab. Im Zuge eines Angriffs auf die benachbarte Ukraine war zuvor in diesem Jahr eine russische Drohne in einen Wohnblock in der Stadt Galati gestürzt und hatte zwei Menschen verletzt.
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