Russland verschärft nach den Worten von Außenminister Sergej Lawrow seine Angriffe auf Ziele, die der Unterstützung der Ukraine durch den Westen dienen. „Wir werden unsere Methoden deutlich verschärfen, um all das zu zerstören, was Kiews Kriegsmaschinerie aus dem Westen speist. Und wir tun dies bereits“, sagte Lawrow dem russischen Fernsehsender Vesti. Der Westen fange schon an, sich zu beschweren.
Er erklärte weiter, Brüssel habe „einen sehr gefährlichen Weg“ eingeschlagen, indem es sich das Recht anmaße, Schiffe, die es als unerwünscht erachte, als Teil einer „Schattenflotte“ zu bezeichnen. „Mit dem Stolz und dem überhöhten Selbstbewusstsein, das für alle heute an der Macht befindlichen europäischen Eliten so charakteristisch ist, erklären sie, dass ihre Entscheidungen Vorrang vor dem Völkerrecht haben“, sagte der russische Außenminister nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass.
Mehrere westliche Staaten, darunter Großbritannien, Frankreich und Schweden, setzten bereits für Russland fahrende Öltanker wegen des Verdachts der Sanktionsumgehung kurzzeitig fest. So soll etwa Russlands Ölverkauf unterbunden werden, der wichtig für die Finanzierung des Angriffskrieges gegen die Ukraine ist. Die Festsetzung seiner Schiffe ärgert Russland schon lange. Moskau spricht von Piraterie und hat auch schon wiederholt damit gedroht, seine Kriegsschiffe zum Schutz seiner Handelsschiffe einzusetzen.
Lawrow betont „tausendjährige Geschichte“ Russlands
Einen sofortigen Stopp der Kämpfe schließt er aus. „Würden wir jetzt plötzlich an der Kontaktlinie innehalten, würden wir im Grunde den Heldenmut unserer Großväter und Urgroßväter, die den Nationalsozialismus besiegt haben, auslöschen.“ Das sei undenkbar. Es gehe um die Verantwortung für die „tausendjährige Geschichte des russischen Staates“. Daher werde Russland erst aufhören, „wenn eine langfristige, zuverlässige und nachhaltige Einigung“ vorliegt.
Russland führt seit fast viereinhalb Jahren Krieg in der Ukraine. Derzeit stehen die Zeichen auf Eskalation, Verhandlungen sind nicht in Sicht. Zugleich haben beide Seiten ihren Luft- und Seekrieg intensiviert – mit empfindlichen Treffern im Hinterland.
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