Die Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim ist nach nächtlichen Drohnenangriffen der Ukraine erneut ohne Strom. Die Stadt sei wegen eines massiven ukrainischen Angriffs von der Stromversorgung abgeschnitten, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, laut staatlicher Nachrichtenagentur Tass mit. Die Armee wehre einen ukrainischen Angriff ab. Derzeit begutachteten Experten die Schäden.
In der Nacht zuvor hatte die Ukraine bereits die russische Schwarzmeerküste nach Behördenangaben massiv mit Drohnen angegriffen. Hauptziel war dabei die Hafenstadt Noworossijsk, wie der Gouverneur der Region Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, auf Telegram mitteilte.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte ukrainische Angriffe auf Noworossijsk mit Drohnen, Marschflugkörpern und Seedrohnen. „Bestätigt sind Einschläge in Stellungen der Flugabwehr, Anlegestellen und Infrastruktur des Seehafens“, schrieb der Staatschef bei Telegram. Der Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte sei dabei mehr als 300 Kilometer von der Frontlinie entfernt.
Vier russische Kriegsschiffe getroffen
Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs in Kiew wurden „vorläufigen Informationen zufolge vier Kriegsschiffe des russischen Aggressors in unterschiedlichem Ausmaß beschädigt“: zwei Fregatten, die „Admiral Makarow“ und „Admiral Jessen“; ein kleines Raketenschiff des Typs „Bujan-M“ sowie das Patrouillenschiff „Wassili Bykow“.
Berichten russischer wie ukrainischer Telegram-Kanäle zufolge wurden in Noworossijsk der Marinehafen, der Handelshafen und das Ölverladeterminal getroffen.
Insgesamt seien in der Stadt drei Menschen getötet worden, darunter ein achtjähriges Kind, sagte Kondratjew. Verletzt wurden demnach mindestens 24 Menschen.
Russland führt seit fast viereinhalb Jahren Krieg in der Ukraine. Kiew wehrt sich gegen die Invasion auch mit Drohnenangriffen gegen strategisch wichtige Anlagen im russischen Hinterland. Das sind Militärobjekte und Einrichtungen der Öl- und Gasindustrie. Ziel dieser Schläge ist es, dem russischen Militär die Treibstoffversorgung zu erschweren und dem Kreml die Kriegsfinanzierung.
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