Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze sorgt erneut für Irritationen. Dreieinhalb Wochen vor der Landtagswahl zeigt sich der CDU-Spitzenkandidat auf Wahlplakaten seiner Partei mit einer vermeintlichen Rollstuhlfahrerin. Auf einem Bild begegnet er der mobilitätseingeschränkten Frau zum Slogan „Gute Medizin überall im Land“. Aber auf einem zweiten Plakat hat die Frau ebenfalls mitgewirkt. Hier ist sie stehend neben dem Ministerpräsidenten zu sehen.
In den sozialen Netzwerken sorgt die Kampagne für Spott. Auf der Plattform X bezeichnen Nutzer den CDU-Politiker hämisch als „Jesus“ und „Wunderheiler“ in „Messias-Pose“. „Scheuen sie die Öffentlichkeit so sehr und umgeben sich nur noch mit Statisten?“, fragt ein Account und ergänzt: „Ob er auch über Wasser gehen kann?“
Wie das wiederum aussehen könnte, hat jemand per Künstlicher Intelligenz visualisiert. Schulze läuft mit einem Brot und einem Fisch unter den Armen über einen See und verspricht, „Wasser zu Wein“ zu verwandeln.
In der CDU hält sich das Verständnis für die Aufregung in Grenzen. Gegenüber „Bild“ äußerte sich eine Sprecherin der Partei. „Auf unseren Plakaten sind Menschen aus Sachsen-Anhalt zu sehen, die uns von ihren Erfahrungen und aus ihrem Alltag erzählt haben. So auch diese Frau auf diesen beiden Motiven“, schilderte sie. „Wer nach einer ärztlichen Behandlung oder einem Krankenhausaufenthalt zeitweise im Rollstuhl sitzt oder auf Unterstützung angewiesen ist, kann selbstverständlich trotzdem laufen.“
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