Nach Protesten gegen Migranten hat die britische Polizei fünf Menschen festgenommen und Asylsuchende in Sicherheit gebracht. Die fünf Festnahmen erfolgten in Zusammenhang mit tagelangen Demonstrationen gegen ein Projekt zur Unterbringung von Asylbewerbern auf einem stillgelegten Militärstützpunkt in der Nähe der 25.000-Einwohner-Stadt Thetford.

„Drei Nächte in Folge hat eine Gruppe von Menschen die Grenze des Akzeptablen überschritten“, sagte Norfolks Polizeichef Paul Sanford am Freitag dem BBC-Hörfunk.

Die Proteste richteten sich laut Sanford gegen Gebäude, von denen die Demonstranten angenommen hätten, dass dort Asylsuchende untergebracht seien. „In einigen Fällen mussten wir die Bewohner dieser Gebäude zu ihrer eigenen Sicherheit in Sicherheit bringen“, sagte der Polizeichef. Darunter seien auch Asylsuchende.

Die Proteste ausgelöst hatten Vorschläge, ein nahegelegenes stillgelegtes Militärgelände zur Unterbringung von Asylsuchenden zu nutzen. Laut der Zeitung „Guardian“ protestierten am Dienstag und Mittwoch mehr als 100 Menschen, nachdem im Internet eine Liste von Immobilien kursierte, die angeblich mit der Unterbringung von Asylsuchenden in Verbindung stehen.

Drei Menschen wurden daraufhin wegen des Verdachts auf Verstöße gegen die öffentliche Ordnung festgenommen. Nach Angaben der Polizei wurde ein Beamter mit einem Stein beworfen, ein anderer gebissen und ein dritter angespuckt. Zwei weitere Männer wurden am Donnerstagabend festgenommen. Den Beamten zufolge verlief der Abend ruhiger.

Lage stand laut Polizei kurz vor Eskalation

Videos in Onlinenetzwerken zeigen, wie Bewohner von der Polizei aus den betroffenen Häusern gebracht werden. Dutzende Demonstranten rufen „Raus hier“ und „Flüchtlinge sind nicht willkommen“. Hätte die Polizei nicht eingegriffen, sei es „höchst wahrscheinlich“ gewesen, dass Demonstranten in das Gebäude eingedrungen wären und und die Sicherheit der Bewohner ernsthaft gefährdet hätten, sagte Polizeichef Sanford.

Die britische Regierung hat Schwierigkeiten, geeignete Standorte zur Unterbringung von Asylsuchenden zu finden. Das Innenministerium versucht, die Nutzung von Hotels zu reduzieren. Hotels, in denen Asylbewerber untergebracht wurden, waren in der Vergangenheit häufig Schauplatz von Protesten und Unruhen.

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