Sein Auftritt ruft Kritik hervor. In Magdeburg hatte der Schauspieler und Kabarettist Dieter Hallervorden im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung der CDU Sachsen-Anhalt mit Spitzenkandidat Sven Schulze ein Lied gesungen, in dem er hart mit der Rüstungspolitik der Bundesregierung ins Gericht geht.

Wiederholt attackierte er dabei den Bundeskanzler. „Als Kind sah ich das Leid, das werd‘ ich nie vergessen, nun find‘ ich’s angemessen, an Sie, Herr Merz, zu appellieren: Was immer Sie tun können, beenden Sie das Rüsten, denn was Sie wissen müssen: Ein Schuss ist schon zu viel“, heißt es im Song. „Herr Pistorius, Herr Merz, wenn ihr glaubt, dass Krieg sich lohnt, kämpft doch da, wo keiner wohnt: Kämpft gefälligst auf dem Mond!“

„Ein extrem verstörender“ Ausschnitt, kommentierte Schulzes Parteikollegin Serap Güler. „Als ‚Wessi‘ will ich keine Ratschläge geben, wie man im Osten Wahlkampf in einer extrem schwierigen Lage macht“, gibt die Staatsministerin im Auswärtigen Amt auf der Plattform X zu. „Als Christdemokratin bin ich allerdings der Überzeugung, dass diese Art in jeder Himmelsrichtung die falsche ist.“

CDU-Mitglied und Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Thorsten Alsleben, ging auf Distanz zu seiner Partei: „DAS ist jedenfalls nicht die CDU, in die ich mal eingetreten bin. Ich hoffe, dass auch jeder andere anständige Christdemokrat sich von diesem Müll distanziert.“

Gleichfalls deutlich fielen die Stimmen aus der Opposition aus. „Warum lädt die CDU jemanden ein, der ihren eigenen Kanzler und Minister öffentlich als ‚Täter‘ angreift?“, fragte der hessische FDP-Abgeordnete Yanki Pürsün im sozialen Netzwerk X. „Diese CDU wirkt orientierungslos – und selbst vor Friedrich Merz scheint der Respekt zu schwinden.“

Unterdessen verwies die frühere FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg auf Hallervordens persönliche Geschichte: „Die Freie Universität, an der Hallervorden nach seiner Flucht aus dem SED-Staat studierte, hätte es wie überhaupt die Freiheit der Bundesrepublik nicht gegeben, wenn Adenauer und Alliierte dem Pazifismus gefrönt und bzgl. der Deutschen Einheit auf Stalins Bluff eingegangen wären.“

Die CDU trete in Sachsen-Anhalt als „AfDlight mit Hallervorden an – pfui!“, kommentierte Grünen-Politiker Volker Beck auf X. Wer bei der kommenden Landtagswahl eine „bürgerliche Politik ohne AfD-Sound, also ohne Ressentiments, Putinversteherei und Aufgabe der Wehrhaftigkeit“ bevorzuge, könne seine Partei wählen, empfahl er in einem weiteren Post.

Politikwissenschaftler Thomas Jäger erinnerten die Ausschnitte der CDU-Veranstaltung an das Bündnis Sahra Wagenknecht. „Das ist alles eine Simulation ohne Führung“, urteilte er. Dessen Kollege Carlo Masala konstatierte wiederum: „Als CDU SA Wahlkampf ohne Merz zu machen, kann man nachvollziehen. Wahlkampf gegen Merz zu machen, schon next level crazy.“

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