Der Vater der 2023 bei der Messerattacke in einem Regionalzug bei Brokstedt getöteten Ann-Marie Kyrath hat politischen Verantwortlichen vorgeworfen, aus vergleichbaren Gewalttaten keine ausreichenden Konsequenzen zu ziehen. „Es ist immer dasselbe Täterprofil – und am Ende dieselben Floskeln der verantwortlichen Politiker. Alle sagen: ,Es ist unfassbar‘, aber niemand handelt“, sagte Michael Kyrath der „Bild“-Zeitung mit Blick auf den Tod eines 22-jährigen Studenten in Trier.
Der Student war auf der Straße von einem 22-jährigen Afghanen mit einem Messer angegriffen und getötet worden. Ein Motiv ist bislang nicht bekannt. Der Fall hat die Debatte über Messergewalt und innere Sicherheit erneut verschärft.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bekräftigte nach dem tödlichen Angriff, weiterhin Straftäter nach Afghanistan abschieben zu wollen. „Ich halte das nach wie vor für eine zwingend notwendige Maßnahme und werde auch nicht lockerlassen, diese Abschiebungen auch in diese Länder wie Afghanistan weiter zu forcieren“, sagte der CSU-Politiker vor Journalisten. Die Gesellschaft habe schlichtweg ein Anrecht darauf, dass Straftäter außer Landes geschafft würden.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rief die Familie des getöteten Studenten an. Kyrath sagte dazu am Dienstag bei WELT TV: „Oh, diese Geste habe ich von vielen Politikern aus Berlin auch bekommen. Und passiert ist im Endeffekt gar nichts.
Kyraths 17-jährige Tochter Ann-Marie und ihr 19 Jahre alter Freund Danny P. waren im Januar 2023 in einem Regionalzug im schleswig-holsteinischen Brokstedt von einem staatenlosen Asylbewerber getötet worden. Der Vater sagte der „Bild“ mit Blick auf die Tat von Trier: „So ist es meiner Tochter Ann-Marie und ihrem Freund Danny auch ergangen. Das sind keine Einzelfälle.“
Deutschland verfüge über Gesetze, die Kinder schützen könnten, sagte Kyrath. Diese müssten konsequent angewendet werden. „Der Staat muss die Sicherheit im Land wiederherstellen.“ Nach eigenen Angaben steht er inzwischen mit mehr als 450 Elternpaaren in Kontakt, die in den vergangenen zehn Jahren ein Kind durch eine ähnliche Tat verloren hätten.
Der Chef der Bundespolizeigewerkschaft DPolG, Manuel Ostermann, sprach gegenüber der „Bild“ ebenfalls von dringendem Handlungsbedarf. In Deutschland gebe es inzwischen bis zu 80 Messerangriffe pro Tag. Ostermann forderte unter anderem schärfere Maßnahmen gegen vollziehbar ausreisepflichtige Personen. Zudem müssten die Sicherheitsbehörden informiert werden, wenn jemand als psychisch gefährlich bekannt werde.
Rheinland-Pfalz’ Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) nannte die Tat in Trier „entsetzlich“. Sein Mitgefühl gelte der Familie und den Freunden des Opfers. Den Eltern habe er persönliche Unterstützung angeboten.
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