Hinter dem Tomatenwurf auf Bayerns Ministerpräsident Markus Söder steckt nach ersten Erkenntnissen eine spontane Tat ohne politischen Hintergrund. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus informierten Kreisen handelte es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen 36-jährigen Deutschen, der zuvor auch nicht polizeilich in Erscheinung getreten war. Offenbar habe er aus einer persönlichen Unzufriedenheit gehandelt, hieß es weiter.
Offizielle Angaben zu den Ermittlungen gab es zunächst weder von der Polizei noch von der Staatskanzlei. Beide wollten sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht zu den bisher gewonnenen Erkenntnissen äußern, sie begründeten dies mit dem „laufenden Verfahren“. Söder war bei dem Wurf zwar getroffen, aber nicht verletzt worden. Die Kriminalpolizei Rosenheim leitet die Ermittlungen.
Das ist über den Tomatenwerfer bisher bekannt
Am Sonntagnachmittag war es bei einer Veranstaltung am Chiemsee zu dem Vorfall gekommen, bei dem Söder mit einer Tomate beworfen worden war. Bei dem Fest feierte die Gemeinde Bernau am Chiemsee ihr 1.100-jähriges Bestehen. Auf einem von der „Bild“-Zeitung im Internet veröffentlichten Video des Vorfalls ist zu sehen, wie die Sicherheitsbeamten von Söder auf dem Festgelände einen Mann überwältigten und zu Boden drückten. Herbeigerufene Polizisten legten ihm Handschellen an.
Um den Mann herum lagen mehrere Tomaten auf dem matschigen Boden. Geworfen hatte er nach dpa-Informationen aber nur eine Tomate. Söder selbst ging im Hintergrund weiter und wischte sich mit einem Taschentuch das linke Ohr sauber. Öffentlich geäußert hatte sich Söder zu dem Vorfall bislang nicht – am Abend hatte er auf der Plattform X ein Foto von einer Jubiläumsfeier gepostet, ohne den Vorfall zu erwähnen.
Grünen-Landtagsfraktionschefin Katharina Schulze verurteilte den Angriff: „Man wirft nichts auf Menschen, weder Tomaten noch Steine. Das bringt man schon kleinen Kindern bei.“
Der ehemalige CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner, der bei dem Vorfall als Augenzeuge anwesend war, sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei alles ganz schnell gegangen. Die LKA-Mitarbeiter hätten jedoch äußerst professionell reagiert und in Sekundenschnelle zugegriffen. „Der Ministerpräsident blieb sehr souverän, wischte sich die Tomate einfach weg und dann war auch schon wieder alles in Ordnung.“
Für den CSU-Chef war es nicht der erste Vorfall, bei dem er mit einem Wurfgeschoss attackiert wurde. 2022 hatte ein 44-Jähriger ihn auf einem Feuerwehrfest in Taching am See mit zwei Eiern beworfen, diese hatten aber Söder nicht getroffen. Gegen den Mann wurde damals wegen versuchter Körperverletzung ein Strafverfahren eingeleitet.
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