Das US-Militär hat den Tod eines weiteren seiner Soldaten im Iran-Krieg gemeldet. Am Samstag sei ein US-Soldat im Nordirak bei einer kontrollierten Sprengung nicht detonierter Kampfmittel aus einer abgeschossenen iranischen Einwegdrohne ums Leben gekommen, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Ein weiterer Soldat wurde demnach verletzt und wird weiterhin wegen einer leichten Verletzung medizinisch behandelt. Die offiziell bekannte Zahl der im Iran-Krieg gefallenen US-Soldaten steigt damit auf 17. Mehr als 430 amerikanische Soldaten wurden verletzt.

Am Samstag hatte das US-Militär erstmals seit den Anfangstagen des Iran-Kriegs wieder den Tod von Soldaten infolge von iranischem Beschuss gemeldet. Sie seien am Freitag bei einem Einsatz in Jordanien ums Leben gekommen, als sich US-Streitkräfte und Verbündete gegen iranische Raketen- und Drohenangriffe verteidigten, teilte Centcom mit. Das US-Militär informierte in dem Zuge auch über einen weiteren Soldaten, der noch vermisst werde.

Nun erklärten die Streitkräfte, dass man nach einer gründlichen Suche am Ort des Geschehens bislang nicht identifizierte sterbliche Überreste gefunden habe. Derzeit laufe ein Prozess zur Identifizierung, hieß es. Die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“ berichteten unter Berufung auf einen US-Beamten beziehungsweise eine mit der Angelegenheit vertraute Person, es werde davon ausgegangen, dass es sich um die Überreste eines nach dem iranischen Angriff vermissten US-Soldaten handele.

Kritik von Demokraten nach den Todesfällen

Demokratische Mitglieder des US-Kongresses haben nach dem Tod der beiden Soldaten scharfe Kritik an der Kriegsführung von Präsident Donald Trump geübt. Der stellvertretende Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Senat, Mark Warner, sagte dem Sender CBS News, es sei in vielerlei Hinsicht bemerkenswert, dass die USA nicht mehr Todesopfer zu beklagen hätten. „Wir haben buchstäblich Hunderte Schwerverletzte“, betonte er und verwies dann auf die gefallenen US-Soldaten. Das passiere, „wenn man einen Krieg aus eigener Entscheidung beginnt“.

Als stellvertretender Vorsitzender des Geheimdienstausschusses gehört er dem kleinen Kreis hochrangiger Kongressmitgliedern an, der sogenannten „Gang of Eight“, auf die die US-Regierung Briefings zu Geheimdienstangelegenheiten in bestimmten Situationen beschränken kann. Er könne eindeutig sagen, dass „keine unmittelbare Bedrohung durch den Iran bestand“, betonte Warner und warf Trump vor, den Krieg ohne Plan begonnen zu haben.

Die USA und der Iran greifen sich seit Tagen wieder gegenseitig heftig an. Centcom meldete in der Nacht zu Montag eine neue Angriffswelle auf den Iran. „Die Angriffe werden fortgesetzt, um die militärischen Fähigkeiten des Iran zu schwächen, die für Angriffe auf Handelsschiffe und zivile Seeleute im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus genutzt werden“, hieß es in einer Erklärung auf X. Es ist die neunte Nacht in Folge mit US-Angriffen.

Die halbstaatliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete, im Südwesten des Landes seien in den Städten Bandar Mahschahr und Bandar Imam Chomeini mehrere Explosionen zu hören gewesen. In Konarak sei die Luftabwehr aktiviert worden, meldete die ebenfalls halbstaatliche Agentur Mehr.

Auf der anderen Seite sah sich Golfstaat Juwait unter iranischem Beschuss. Die Luftverteidigung wehre „feindliche Drohnen“ aus dem Iran ab, teilte die Armee des Landes in der Nacht auf der Plattform X mit. Nähere Einzelheiten gab es zunächst nicht. Auch im ebenfalls mit Washington verbündeten Bahrain heulten wieder die Sirenen, wie das dortige Innenministerium bekanntgab. Beide Länder gelten als Verbündete der USA und beherbergen Militärstützpunkte.

Kampfjets und Tankflugzeuge auf dem Weg in die Region

Medienberichten zufolge verlegen die USA mehr Kampfflugzeuge in den Nahen Osten. Das „Wall Street Journal“ berichtete, dass dies unter anderem Kampfjets vom Typ F-16 vom US-Flugplatz Spangdahlem in der Eifel betreffe. Zudem würden Kampfjets vom Typ F-35 von dem von den USA genutzten Stützpunkt RAF Lakenheath in Großbritannien verlegt. Auch Tankflugzeuge befinden sich demnach auf dem Weg in die Region.

Auch die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf US-Beamte von den Verlegungen. Demnach war die Entscheidung dazu bereits vor den neuesten Todesfällen im US-Militär getroffen worden. Dass die USA nun den Berichten zufolge weitere Kampfflugzeuge in die Region verlegen, kann als Zeichen für eine Vorbereitung auf eine mögliche Ausweitung der US-Angriffe verstanden werden.

Entsprechend zitierte auch die „Washington Post“ einen namentlich nicht genannten US-Beamten mit der Aussage, dass sich die USA auf einen umfassenderen Krieg vorbereiteten. Der Beamte hob demnach jedoch auch hervor, dass unter anderem schwindende Waffenvorräte der USA einer Ausweitung des militärischen Vorgehens Grenzen setzen würden. „Wir haben nicht genug, um die Einsätze sicher aufrechtzuerhalten, und ich glaube nicht, dass sich das Weiße Haus dessen bewusst ist“, zitierte ihn die Zeitung.

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