Das US-Militär hat nach dem Tod von zwei seiner Soldaten Vergeltungsschläge gegen die iranischen Revolutionsgarden durchgeführt. Von 18 bis 23.30 Uhr US-Ostküstenzeit (1.30 bis 7 Uhr Ortszeit im Iran) sei man neue Luftangriffe auf den Iran geflogen, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Es war bereits die achte Nacht in Folge mit US-Angriffen.
Als Ziel gab Centcom an, die Fähigkeit des Irans, die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen, weiter zu schwächen. Zudem zielten die Angriffe darauf ab, die Revolutionsgarden, die in der vergangenen Nacht Angriffe auf amerikanische Soldaten in Jordanien verübt hätten, „schnell zu bestrafen“. Durch die Luftangriffe seien Küstenüberwachungs- und Luftabwehranlagen, maritime Kapazitäten sowie Raketen- und Drohnenlagerstätten getroffen worden.
Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete von Raketenschlägen nahe der Insel Gheschm im Persischen Golf. Am frühen Morgen Ortszeit sollen mindestens sechs Raketen in Gebieten am Rande der Insel eingeschlagen seien. Nähere Einzelheiten gab es demnach zunächst nicht.
Als Reaktion auf die US-Angriffe hat die iranische Armee nach eigenen Angaben zwei US-Militärstützpunkte in Kuwait mit Drohnen angegriffen. Die Streitkräfte erklärten laut dem staatlichen Rundfunk, dass sie ein Munitionslager der US-Armee im Wüstenlager Udairi und Radarsysteme auf dem Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salem angegriffen haben.
Das US-Militär hatte am Samstag erstmals seit den Anfangstagen des Iran-Kriegs wieder tote Soldaten in den eigenen Reihen nach iranischem Beschuss gemeldet. Die beiden Soldaten seien am Freitag bei einem Einsatz in Jordanien ums Leben gekommen, als sich US-Streitkräfte und Verbündete gegen iranische Raketen- und Drohenangriffe verteidigten, teilte Centcom auf X mit. Ein weiterer Soldat werde noch vermisst. Die offiziell bekannte Zahl der im Krieg gegen den Iran gefallenen US-Soldaten steigt damit auf 16.
US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Tod der Soldaten als „sehr traurig“. Der US-Sender NewsNation zitierte ihn nach einem Gespräch über die Todesfälle mit der Aussage, dass das auch „eine sehr traurige Sache“ sei. „Wir sehen das ungern“, sagte Trump demnach. Die Soldaten seien im Dienst für ihr Land gestorben.
Rahmenabkommen laut Iran hinfällig
Der Iran hatte inzwischen erklärt, dass das Rahmenabkommen mit den USA nach der jüngsten Eskalation hinfällig sei. Der oberste Führer Ajatollah Modschtaba Chamenei drohte in einer Erklärung mit Racheakten. Modschataba, der sich bisher noch nie öffentlich gezeigt hat, ließ mitteilen: „Da der amerikanische Feind nun auf Kriegstreiberei, die Übernahme noch schwererer Kosten und eine noch größere Schande aus ist, soll er wissen, dass das geliebte iranische Volk und die Widerstandsfront unvergessliche Lektionen für ihn bereithalten.“
Auch Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi sagte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Fars, man habe das Rahmenabkommen ausgesetzt. „Wir sind mit der Verteidigung des Landes beschäftigt“, zitierte die Agentur den Minister aus einem TV-Interview. Trump sagte dazu nach Angaben von NewsNation, dass ihm das „völlig egal“ sei.
Der Iran-Krieg begann am 28. Februar 2026 mit Angriffen der USA und Israel auf die islamische Republik.
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